Bürgermeister Greg. Meyer'« Gefangennahme. 213
Georg v. Schorsch und Joh. Anton Giöri an der Spize, umringten >620.sie des Bürgermeisters Wohnung und führten ihn gefangen nachReichenan und von da nach Jlanz.Die meisten Eurer Bürger,in ihre Zünfte vertheilt, saßen beim Imbiß und Wenige erfuhren, wasvorging. Glieder der beiden anderen Bünde aber gingen zu Guesfierund beklagten sich über Meyer's Gefangennahme und um so bittererals selbe gerade am Tage seiner (Gueffier's) Ankunft und wo Meyerihn, Namens der Bündner, empfangen hätte, stattgefunden habe. Siebaten ihn, sich dahin zu verwenden, daß der Gefangene gegen Stellungeiner Caution auf freien Fuß gesezt würde. Gueffier sagte, schaden-froh lächelnd, es thue ihm zwar leid, daß Meyer gerade an diesemTage gefangen genommen worden sei und er wolle bei den Ober-bündnern sich Mühe geben, daß er gegen Sicherheitsleistung wiederentlassen würde. Im Uebrigen habe derselbe es keineswegs um ihnverdient, daß er sich zu seinen Gunsten verwende, indem er sowohlgegen die Franzosen als gegen ihn selbst, Schimpfworte ansgestoßenhätte.
Was man ihm zur Last legte, war Folgendes. Bei Gelegenheit ieines Gastmahls zn Cur ließen Einige die Worte fallen, von Seitedes Gesandten Myron sei Gütern, Meyer's Schwiegervater, im Zornvorgeworfen worden, "er häs'ie^'ie!lw"'st^-sprechungen nicht erfüllt. Hierauf soll Meyer geantwortet haben, von
wo „Die Masoxcr so mit irein Fcndli zn Embß lagend, begattendvon der Statt Cbnr man solle si i» die Statt lassen, damit sie demAmbassadoren entgcgenziecbcn mögend. Diß ward ihnen abgeschlagen,dieweil es vor etlichen Wochen von Rath und Znnsten adgcniebret worden.Darnach ward es ihnen erlaubt vnd zugeben vnd eis sie den kern Am-bassadoren in die Statt begleitet, bat man ibm gescllschafi gehalten bißum 4 Uhr nachmitag. Da habend sie sich, potcstat Ivan Anloni Giöraanß Masor, Landrichter Lnzi v. Mont, Lcntinampt Georg Schorsch mit>50 beweiten Masoxer» zn des Bürgermeisters Grcgvrins Mayers haußgeiaßc», dann Lasselbig vmgeben, im ausgespäcbet im hang, vber dieMnrcn in garten gesprungen, in (ihn) im hauß überfallen, hend vndsneß gebunden vnd aufs ein Roß gesezt vnd gen Embß gcfnert. Er hatvmb bilff geruffe», aber keiner wollt erscheinen. Ais solches dem HerrnAmbassakorcn des Königs für kommen, hatt er cilents ein polt mit brieffengen EmbS gesenl vnd begärt, sy sollend diesen Herrn wtedcrvmb lediglassen, oder er wolle angenß wiederum anß dem landt vnd ihr geschefftaucd stecken lassen. Den 14. December ist er wiederum ledig worden."Andorn II. 217.