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Aufbrnch der Unterengadiner.
1«2I Schon rüsteten sich die Unterengadiner und Münsterthaler. SieSie möchten nicht abwarten, meinten sie, bis sie von den Spaniernund spanischen Vündnern in ihren Betten umgebracht würden, sondernlieber rechtzeitig vorbeugen. ° Die vorn Gerichte Ortenstein hattenunter dem Verwände, sie fürchteten sich vor den Engadinern, demspanischen Bündniß sich angeschlossen und die Obervazer waren aufdem Punkte es ebenfalls zu thun. Gegenüber diesen Fortschritten,welche die spanische Sache machte, fand es der Gesandte Gueffier fürangemessen, auf Briefe voll Unterwürfigkeit, weiche ihm Seitens derUnterengadiner und Münsterthaler geschrieben worden waren, in äußerstfreundlicher Weise zu antworten. Auch Joh. Baptista Leonello, vene-tiauischcr Gesandter in Zürich, soll seine Freunde in den Bündendringend aufgefordert haben, das spanische Bündniß zu hintertreiben.
Die Unterengadiner wählten inzwischen den Dominic Gulsin, ob-schon derselbe damals Commissarius in Clävcn war, zu ihrem Haupt-mann. Bei den Münsterthalern erhielt Ricolaus Ruttin die nämlicheStelle. Im Ganzen waren sie fünfhundert Mann stark und zu Zutzrm Oberengadin angelangt, schlössen sich ihnen sofort weitere zwei-hundert an, an deren Spize Constantin Planta und Wolfgang vonJuvalta standen. Nun gingen sie über den Albula und verstärktensich zu Bergüu mit einem abermaligen Zuzug von hundert Mann.Als sie von hier nach Obervaz kamen, suchten sich die Oberhalbsteinerwegen Eingehung des spanischen Bündnisses zu rechtfertigen undtrugen ebenfalls ihre Dienste an. Hier hielten die Führer Kriegsrathund fielen auf folgende List, um die katholischen Eidgenossen undOberbündner zu täuschen. Sie sandten nämlich den Dietrich Jecklinvon Hohenrealta, Sohn Conrad Jecklin's, mit einem fingirten Briesean die Ihrigen (ohne jedoch irgend einen Namen zu nennen) im obernund im Gottshausbunde und schärften ihm ein, durch das Lager derFünförtischen und Oberbündner zu gehen und wenn er examinirtwürde (wie denn jeder Durchgehende scharf befragt zu werden Pflegte),sich auf alle Weise, wie verlegen, zu drehen und zu wende», endlichaber den Brief herauszugeben. Der Zufall wollte, daß er auf einige
6 Da es aber gerade die antispanische Partbei war, welche ihreMeuchler aussandte, läßt sich diese Aeußerung kaum anders verstehen,als in dem Sinne, daß die Nnterengadiner und Münsterthaler gegen dienach ihrer Meinung unzweifelhaft folgende Rache der spanischen Faetionsich rüsten wollten.