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Des Ritters Fort. Sprecher v. Bernegg J.U.D. Geschichte der Kriege und Unruhen, von welchen die drei Bünde in Hohenrätien während der letzten Jahre heimgesucht wurden / [Fortunat von Sprecher von Bernegg] ; nach dem Lateinischen bearbeitet, durch Anmerkungen erläutert und unter den Auspizien der bündnerischen geschichtforschenden Gesellschaft herausgegeben von Conradin v. Mohr
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230
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Trefft» be> Tuffs.

1621. Schüsse (es war das unter ihnen vorher schon verabredete Zeichen)31 .Mz.die Oberbündner aufmerksam zu machen. Diese griffen sofort zu denWaffen und zogen aus dem Flecken Tuffs auf die gegeu die Brückehin zunächst gelegene Wiese. Da aber alles Geschrei und Getose ver-stummt war, stellten sie ziemlich nachläßig ihre Wachen aus. Jenatschhatte drei Kundschafter nach Tuffs gesandt, welche die Nachricht zurück-brachten, der Flecken sei vom Kriegsvolk ganz verlassen und sie hättenlediglich einige Wachtfeuer auf dem Marktplaze getroffen. Eine Stundevor Tagesanbruch griff darauf Jenatsch mit achtzig Mann im erstenGliede, die Oberbündner unter großem Geschrei an. Diese branntenihre Gewehre im ersten Schrecken auf Gerathewohl los und warfensich dann grvßtentheils in eilige Flucht, den» von der andern Seitelangten ebenfalls mit großem Geräusche, Blafius und die Seinigenan. Als der Obcranführer Joh. Simeou Florin die OberbündnerStand zu halten ermähnte, wäre er von Jenatsch beinahe erschossenworden, doch versagte das Gewehr. Dem Joh. Anton Nvcchetto,Major2 des grauen Bundes, hieb er den Zeigefinger ab. Von denOberbündner» blieben nennundzwanzig, meist Misoxer, welche zuCazis begraben wurden. Zwei Calancer machte man zu Gefangenenund hing sie zur peinlichen Frage an den Bäumen auf. Nach Aus-sage der Eugadiner sollen sie gestanden haben, daß es ihre Absicht ge-wesen war, in den folgenden Tagen die Dörfer Tuffs und Sils zuverbrennen und die evangelische Confession dort mit Stumpf undStiel auszurotten. Noch an den Bäumen hängend wurden sie cr-scbossen. ^ Von den Engadinern und ihren Partheigenossen verlorNiemand sein Leben und nur Wachtmeister Simeon Christli aus demEngadin wurde von Jenatsch durch Versehen am Kopfe leicht ver-wundet. Den Oberbünduern, die man bis Cazis verfolgte, wurdendrei Pferde und etwas Geld abgenommen. Die Compagnie Troschvon den Truppen der fünf Orte, welche im Dorfe Räzüns lag, wollte,durch zweihundert Mann der Andern verstärkt, unter Beroldingen's

8 OnNirio major im Original, also der Grad nach dem Hanptmann.

V Auf ihre Geständnisse bin „bat man ihnen das Leben aberkennt,dieweil sie am Vatterland so vngeircu erfunden worden. Da habend siegebeiten, man wolle ihnen die schand nicht anthun, daß man sie durchden Nachrichter hinrichte, sie wellend gerne vvn ihrer Hand sterben, dannsy habend doch den Tod verschuldet. Hicranff sind sie an den stillenerschossen worden." Anhörn III. 21.