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Der Zug in den ober» Bund.
1621. Kostbarere hatte übrigens Barthol. Planta, der das Schloß Räzünsals Pfandlehen besaß, früher schon in Sicherheit gebracht) entfremdetwurde. Die Diener sollen übrigens, in Abwesenheit ihres Herrn, sichselbst ebenfalls nicht vergessen haben. Einige Feldzeichen, der FamilieStampa gehörend und verschiedene Feuerwaffen wurden ebenfallsgeraubt. Hieran fand der Bundstag höchliches Mißfallen und alsdarüber die Hauptlente einvernommen wurden, entschuldigten sie sichdamit, sie hätte» das offen gefundene Schloß lediglich des Proviantshalber betreten. Sie fügten dann hinzu, daß ja alle iu den Bündengelegenen Städte und Schlösser, unter welche die Herrschaft Räzünsebenfalls zu zählen sei, nach Inhalt der Bundsbriefe, in Kriegs-nöthen den Bündner» stets offen zu stehen hätten. "
Auch die Davoser, durch die Engadiner zur Ergreifung der Waffen1.April aufgestachelt, waren inzwischen am 3t. März zu Cur angelangt. Tagsdrauf, an> Donnerstag, zogen sie in aller Frühe an die ReichenauerBrücke. Am nämlichen Tage gingen die Prättigauer nach Taminsund Hohentrins. Die Hauptleute des Zehngerichtenbundes hatte» denGesandten Gueffier aufgesucht, theils um seinen Rath zu. hören, theilsum ihm mitzutheilen, daß es ihr Entschluß sei, die Freiheit beiderKonfessionen zu schüzen und sowohl die Buudsbricfe als die im Einver-ständniß aller drei Bünde geschlossenen Bündnisse zu beobachten. AllesWeiteren gedächten sie für dermale» sich zu enthalten. Er lobte ihrenVorsaz und versicherte derKönig von Frankreich werde sie nicht verlassen.Es wurden hierauf die Davoser von den Engadiner» aufgefordert, mitihnen und den klebrigen nach Valcndas hinauf zu ziehen, wo demGerücht zu Folge die Fünförtischen und die katholischen Bündner sichzu lagern gedachten. Bereits hatten nämlich einige Valendaser " dieEngadiner um Hülfe gebeten. Sie brache» deßhalb ohne Zögern auf
'3 Die Herrschaft Räzüns, von Kaiser Ferdinand I. im Jahre 1558urkundlich an Joh. v. Planta t. II. v. verpfändet, ging auf dessen SohnAnton über bis 1573, wo derselbe starb. Als Lehensinhaber folgte ihmnun sein Schwager Bartholomäus v. Stampa, Gemahl seiner SchwesterAnna Maria.
Der Wortlaut ist übrigens, es sollten alle Städte, Schlösser undalle andere» Orte in sämmtlichen drei Bünden, dem Bundstage geöffnetsein. Zusaz des Vers.
" Denen als Evangelischen inmitten der größtentheils katholischenBevölkerung und unter dem Einfluß der fünförtischen Truppen allerdingsnicht sonderlich wohl zu Muthe sein mochte.