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Des Ritters Fort. Sprecher v. Bernegg J.U.D. Geschichte der Kriege und Unruhen, von welchen die drei Bünde in Hohenrätien während der letzten Jahre heimgesucht wurden / [Fortunat von Sprecher von Bernegg] ; nach dem Lateinischen bearbeitet, durch Anmerkungen erläutert und unter den Auspizien der bündnerischen geschichtforschenden Gesellschaft herausgegeben von Conradin v. Mohr
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Einfall der Bandirten i» das Misor.

1621 . Anderm über die leeren Versprechungen einiger Obecbündner und ver-sicherte, dieselben hätten unter der Hand verlangt, Laß die Festungenund Beheizungen im Veltlin verblieben, — etwas worüber ich übrigensnichts sicheres vernommen habe und dessen Richtigkeit ich somit dahingestellt sein lasse. Auf Cicers Ansuchen wurde ihm übrigens ein Schrei-ben über den ganzen Verlauf der Sache an den Herzog von Feria mitgegeben und diesem darin bemerkt, der ganze Zug in den obern Bund seinur zu dem Ende geschehen, um die Oberbündner zur Beobachtungdes Buudsbriefes anzuhalten und sie zu zwingen Sonderbündnissen zuentsagen. Niemand hätte daran gedacht, den Gesandten Scaramuzziaauch nur im Geringsten zu beleidigen. Sie bäten aber nunmehr ihn,den Herzog, selbst, das Kriegsrolk aus dem übrigen besezten Gebietzu ziehen und versprächen anderseits die Beobachtung aufrichtiger undguter Freund- und Nachbarschaft.

Da allein die Misoxer den Bundsbrief noch nicht von Neuem be-schworen hatten, wurden Andreas Risch, Joh. Peter Jecklin vonHohcnrealta und Anton Gugelberg v. Moos zu ihnen gesandt, um siefreundschaftlich einzuladen, es zu thun und namentlich auch den Artikelkünftig zu beobachten, keinerlei schädliche (Kapitulationen mit Spanienund Venedig abzuschließen. Die Einwohner des obern Vicariatszeigten sich hiezu in der Mehrzahl bereitwillig. Aber Joh. Simeonde Worin, Georg v. Schorsch, Giöri und Andere hatten Namens derThalschaft Misor (wie es mit dem Siegel derselben versehene Briefezeigten) den Propst Jacob Toscan, um Hülfe herbei zu holen, nachMailand geschickt. Es kamen dann in der That vier Compagnien- (meist Burgunder oder Wallonen) denen dann noch zwei folgten, alleunter dem Oberbefehl Peters Baron v. Wattewil, dessen Vater seinenWohnsiz aus der Stadt Bern in die Grafschaft Burgund verlegthatte. Doch war nunmehr Peter v. Wattewil nicht persönlich anwesend,sondern hatte den Mailänder Francesco Gambarella an seine Stelleernannt. Die Gesammtzahl der Hülfstruppen überstieg nicht tausendMann.

Nach der Aussage des Propsts Toscan war es der Wille derUebrigen und auch des Herzogs von Feria, zu Bellenz Halt zu machen,um vorerst die Absichten der Bündner in Erfahrung zu bringen; aberGiöri, welcher Privatrache zu üben beabsichtigte, verlangte das Volki l. Ap. in die Thalschaft zu führen. Sonntags, den l l. April, drang maudemnach in das Misorerthal ein. Als man zu St. Vittore anlangte,