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Des Ritters Fort. Sprecher v. Bernegg J.U.D. Geschichte der Kriege und Unruhen, von welchen die drei Bünde in Hohenrätien während der letzten Jahre heimgesucht wurden / [Fortunat von Sprecher von Bernegg] ; nach dem Lateinischen bearbeitet, durch Anmerkungen erläutert und unter den Auspizien der bündnerischen geschichtforschenden Gesellschaft herausgegeben von Conradin v. Mohr
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251
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Einfall der Bandirten in das Misop.

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wollte Antonio del Togno, daselbst haushäblich, dem Joh. Anton 1621Giori die Hand reichen, dieser aber schlug zur Antwort sein Gewehrauf ihn an. Als dasselbe versagte, befahl er sogleich zwei Italienern,unter welchen der eine Georg v. Brentano war, ihn zu erschießen,was dann auch sofort geschah. Alles, was nicht zur spanischen Partheigehörte, machte sich zur Flucht bereit. Als die Lündnerischcn Botenzu Roveredo, wo sie eben vor der GemeinLSversammlung zu erscheinengedachten, Giori ihre Vollmacht vorwiesen, suchte er sie zu zerreißen,spuckte dann auf die Sigel und stieß schreckliche Drohungen aus. DieBoten kehrten auf dieses hin nach Cur zurück, wohin ihnen übrigensdas Gerücht des Vorgefallenen bereits vorangegangen war. DieRheinwalder eilten zur Bewachung des St. Bernhardins herbei undbewarben sich überall um Hülfe, da die Fähnlein der fünf Orte, welchebisher in den Bünden gewesen, mit Ausnahme desjenigen von Uri,welches in Ursern verblieb, ebenfalls nach Bellenz gekommen waren.Während des Zugs der Bündner in den grauen Bund waren auch dieeidgenössischen Boten und zwar bis auf Bern, das den Joh. RudolfHorn sandte, die nämlichen wie früher, nach Werfen gekommen, umabermals in die Bünde zurückzukehren. Hier blieben aber die Katholikenliegen, als sie von der Niederlage der Oberbündner zu Tusis hörten.Einzig die Evangelischen kamen nach Cur und begaben sich von da zurBrücke von Reichenau, wo ihnen die auf der Rückkehr begriffenenbündnerischen Fähnlein mit dem Geschüze begegneten. Um ein An-lehen zur Unterhaltung des bündnerischen Kriegsvolks angegangen,schössen die evangelischen Orte ungefähr vierzig Tausend Gulden vor.

Als dann die katholischen Boten zu Werfen auch den Abzug der sünf-örtischen Truppen aus den Bünden vernahmen, kehrten sie wiedernach Hause zurück.

Donnerstags den 8. April gingen die aus dem grauen Bundemeistentheils nach Cur gekommenen bündnerischen Soldaten, zurFeier des Osterfestes heim, ließen jedoch ihre sämmtlichen Feldzeichenzu Cur zurück. Auf die Nachricht des Einbruchs in's Misoxerthalaber, wurde daselbst sofort der Beitag einberufen. Auch der GesandteGuefsier erschien und theilte in Zahlung der jährlichen, öffentlichenJahrgelder verschiedene Summen aus. Er sagte, die Gesinnung desKönigs von Spanien sei vortrefflich, aber seine Räthe in Italien, sohauptsächlich der Herzog von Feria, stünden im Wege. Inzwischenwerde der König von Frankreich die Bündner nicht verlassen und er