Buch 
Des Ritters Fort. Sprecher v. Bernegg J.U.D. Geschichte der Kriege und Unruhen, von welchen die drei Bünde in Hohenrätien während der letzten Jahre heimgesucht wurden / [Fortunat von Sprecher von Bernegg] ; nach dem Lateinischen bearbeitet, durch Anmerkungen erläutert und unter den Auspizien der bündnerischen geschichtforschenden Gesellschaft herausgegeben von Conradin v. Mohr
Entstehung
Seite
272
JPEG-Download
 

272

Zusammenkunft in Jinst.

1621. Gerichte Davos, Klosters, Belfort, Curwalden und Schanfigg unn denPreis von fl. 5000 erkauft. Im Jahre 1489 seien dann vom denTöchtern des gedachten Gaudenz v. Matsch für fl. 2200 dem-näm.lichenauch deren Rechte auf die Gerichte Castels und Schiers abgeitretenErzherzog worden und erst nach empfangener Bestätigung aller ihreralthergebrachten, wohl verbrieften Privilegien und löblichen Gewohn-heiten hätten die Gerichte zur Leistung desjenigen, was ihnen, vonRechtswegen oblag, sich eidlich verpflichtet. So feien ihnen, der 'Reihenach, von allen Nachfolgern im Hause Oesterreich, bis auf seine Durch-laucht, den Erzherzog Leopold herab, die Bestätigung ihrer Recht e undFreiheiten zu Theil geworden. Es seien die acht Gerichte, unbeschadetihrer Privilegien, auch dermalen noch bereit, Seiner Durchlauchtgegenüber, ihren Pflichten nachzukommen, so daß in Wirklichkeiit derLandvogt zu Castels gar keinen Grund zu irgend einer Beschwerdehabe. Was den Landvogt Georg Bell betreffe, so sei derselbe wiebillig so lange geehrt und respectirt worden, als er sich innerhalb derGrenze» seines Amtes gehalten habe und ruhig auf dem Schlöffe znCastels lebte. Als sich derselbe aber außerhalb seines Amtes in fremdeAngelegenheiten mischte, sei er, nicht etwa von den Prättigäuern allein,sondern von sämmtlichen drei Bünden gemeinschaftlich, in Verhaft ge-nommen und auf gerichtlichem Wege zum Tode verurtheilt worden.Auch dem Landvogt Georg v. Altmannshausen gegenüber habe manes an der schuldigen Ehrerbietung nicht fehlen lassen. Als jedoch Zoll-wächter der Grafschaft Tirol des öftern die Zollfreyung der Männeraus den acht Gerichten nicht anerkennen wollte, (wie zu Bregenz.Reute und Neuis ^ vorgekommen) sei der gedachte Landvogt v. Alt-mannshausen mehrfach angegangen worden, diese Verlezung der Pri-vilegien zur Kenntniß seiner Durchlaucht zu bringen, mit dem Beifügen,wenn selbe nicht beachtet würden, müßten die Unsrigen, immerhininnert der gesezlichen Schranken, für ihre Schadloshaltung selbst be-sorgt sein. Grundstücke, welche zum Schloß Castels gehörten, seienvon den Prättigäuern niemals entfremdet worden, wohl aber hätteman, als auf Anordnung gemeiner drei Bünde über das VermögenGeorg Beli's die Scussion erging, einige von dessen eigenen, aber

*2 bieuisium im Original; vielleicht Schnifis im Vorarlberg? DieSt. Galler Uebersezung liest Neus. Auf einer ziemlich genauen Spezial-karte Tirol's ist an der nördlichen Grenze kein Ort ähnlichen Namenszn entdecken.