382 Vertheidigungsschrist gegen die Beltliner.
1621. wären an die Gemeinden gefallen und der Erlös zur Zahlung deröffentlichen Unkosten verwendet worden. Daß im Vcltlin und derGrafschaft Worms nur die katholische Lehre geduldet werden solle,dürfe und könne man auf keine Weise zugeben. Sie bäten also undhofften es zu Gott, Laß man ihnen die Freiheit jeder Konfession zu-gestehe, im Uebrigen wollten sie an den Madrider Artikeln festhallen.Sowohl die Dominicarmönche im Kloster zu Morbegno, als Andere,sofern die Geseze sie nicht ausschlößen, (sie meinten die Jesuiten)könnten ruhig und «„belästigt im Veltlin wohnen. So lange diekirchliche Gerichtsbarkeit des Bischofs zu Como, auf Bündner Gebietgeübt wurde, habe sich dieselbe stets innert gewisser gesezlicher Schran-ken bewegt, wie aus den gedruckten Beltliner Statuten und andernVerordnungen ersichtlich, — und in diesen ihm wirklich zustehendenRechten sei der Bischof weder jemals verkürzt worden, noch gedenkeman ihm dieselben für die Zukunft streitig zn machen. Die noch nichtbezahlten Bußen der Beltliner endlich betreffend, werde man den Rathdes Herren Gesandten Gueffier befolgen und ihm zu liebe dasjenigethun, was er für gut finde; ihm empfehle man auch dringend dasWohl der drei Bünde an.
Man verfaßte hierauf auch eine Vertheidigungsschrist gegen dieVerläumdungen der Beltliner Aufrührer und gab in derselben einegenaue Beschreibung des Zustandes der Bünde seit 1602, der Machi-nationen und Ränke der spanischen Beltliner, einiger der »änlichenParthei ergebenen Bündner, so wie gewisser Katholiken der füns Orte.Vom König von Frankreich, an welche diese Apologie gerichtet war,verlangte man bescheiden, daß der Vertrag zu Madrid, nach seinemWortlaut wörtlich zur Ausführung komme und daß Seine Majestätgegen Alle, welche sich widersezen sollten, seinen bündnerijschen Bunds-genossen mit kräftigem und schnellem Arme zn Hülfe eilen möchte.Man verwahrte sich feierlich vor Gott, den Engeln und Mensche», daß,wenn wir von Allen verlassen, zu einem anderen Rathschluß lämen,dieß einzig und allein die Schuld der mit dem Lande verbrndetenFürsten und Monarchen sei. Dieses Memorial wurde am 18. llugnstverschrieben und dem Gesandten Montbolon (mit Guefsser verehrtendie Bündner nicht so vertraulich) mit der Bitte übersamdt, dasselbean den König zu schicken. Montholon versprach es. Die!Berau asstmgzu obiger Vertheidigungsschrist gab übrigens hauptsächlich enn gedrucktesFlugblatt, welches von Albert Pechorcllo, des früheren apostilische»