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Der Papst zuerst für die Rückgabe des Veltlins,
1621. den Addafluß zwischen Venedig und dem Herzogthum Mailand »walten-den Anstand zu vermitteln, es fänden aber auch geheime Unterchand-lungen über Rückgabe des Veltlins mit dem Herzog von Feria statt.Und wie man es auch später in Erfahrung brachte, drang in derr Thatder Nuntius im Auftrage des Papstes Gregor XV. nachdrücklich aufdie Rückerstattung und soll (dieß sagte wenigstens später der Herzogvon Feria) sogar den Vorschlag gemacht haben, der neuen Lehne eineKirche im Veltlin einzuräumen. Lezteces stellte der Nuntius selbsthernach freilich in Abrede und versicherte der Papst und der CairdinalLodovisio hätten niemals einen andern als den katholischen Culttus imVeltlin gestatten wollen. Dem Papst soll bei der Besteigung seinesStuhls von einem Politiker ein Memorial eingehändigt »vordem sein,das den Titel führte: „Gespräch über die Grundursachen der bünd-nerischen Wirren, wie solche seit neunzehn Jabren bis zu der Besitzungdes Veltlins durch die Spanier, zu Tage traten." Der Verfasserschreibt die Hauptschuld derselben dem Bündniß mit Venedig zu. Aberes erhellt klar, daß derselbe über die bündnerischen Zustände, weder inBezug aus ihre rechtliche noch factische Seite, hinlängliche Kenntnißhatte. ^ Als dann später des Papstes Eifer in der Zurückerstattungdes Veltlins allmählig erkaltete, beinerkte Lazaro Benevento von Bo-
Und doch ist auch Juvalt, (dem unser Chronist die Kenntniß derbündnerischen Znstände schwerlich absprechen wird) derselben Ansicht,wenigstens Leducirt er alle Uebel aus der Zurückweisung des spanischenBündnisses. Siehe Denkw. S. 44. „Was wir als verderblich für dieReligion achteten, (nämlich das Bündniß mit Spanien) hätte zu ihrerErhaltung und Beförderung gedient. Wir glaubten sie zu unterstüzen,thaten aber das Gegentheil; ohne daran zu denken, würden dagegen dieSpanier sie aufrecht erhalten haben, wie wir es später beiim Veltliner-morde sahen. Hätten wir das Bündniß mit den Spaniern geschlossen,so wäre den Unterthanen der Weg zu ihrer Gunst verschlossen gebliebenund ohne ihre Unterstüzung hätten sie den Aufstand nicht erheben können,die Religion blieb bei den Unterthanen unangefochten und die Nieder-mezelnng so vieler Unschuldigen wäre nicht erfolgt. Abew nicht alleindie Religion bei den Unterthanen, sondern alle drei Büntde würden injenem Vertrage ihren Schuz gefunden haben. Franzosen», Spanier,Oesterreicher und Andere würden dieselben nicht also mit Fiüßen getreten,mit Raub, Mord und Brand und dem übrigen Gefolge vom Kriegselendheimgesucht haben. Alle diese Uebel rührten vom Veltliiner Aufruhrher, welchem durch Eingehen des Bündnisses vom Grund ams vorgebeugtworden wäre."