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Verhandlungen zu Mailand.
1621. theile zu erwirken. Der Herzog von Feria empfing und behandeltedie eidgenössischen Gesandten ehrenvoll und beschenkte sie mit goldenenKetten, die jedoch von den Boten der vier evangelischen Orte zurück-gewiesen wurden. Es sagte der Herzog, es sei übrigens keine Ver-mittlung nothwendig, da er mit den Bündnern auf einem für siegünstigem Fuße abzuschließen geneigt sei. Gleichzeitig hatten die Eid-genossen zu dem nämlichen Zwecke ^ Boten an den Erzherzog Leopoldin's Elsaß gesandt. Es brachte» diese unter Anderin die Antwortzurück, es hätte in dieser Sache nicht er, der Erzherzog, allein, sondernauch der Kaiser als ältestes Familienglied und das übrige durchlauch-tigste HauS Oesterreich ihre Stimme abzugeben. Von diesen eidge-nössischen Gesandten begaben sich dann auf den Wunsch des ErzherzogsLeopold einige zu Graf Ernst v. Mannsfeld, der zu Lauterburg lagerteund ersuchten ihn, nicht in's Elsaß zu kommen, da die Eidgenosseneinen großen Theil ihrer Lebcnsmittel von dorther bezögen. Derselbebehandelte die Boten zuvorkommend und antwortete unter Anderm, erstehe in Diensten Friedrichs, Königs von Böhmen und müsse dessenBefehle vollstrecken. Er soll ihnen ferner den Vorwurf gemacht haben,daß sie es zugäben, daß das Haus Oesterreich ihnen einen ihrer Arme(so nannte er die Bünde) ansreiße.
Nach Mailand kamen auch Abgeordnete der Veltliner Rebellen undveröffentlichten ein gedrucktes Flugblatt, dessen Verfasser Scipio Car-raro, Jesuit aus Bergamo, gewesen sein soll und das den Titel führte:„Klagen und Bitten des Veltliner Clerns und Volkes an den Papst,Ihre katholische Majestät und den allerchristlichsten König rc." mitvollem Recht ein förmliches Gemenge von Lügen und Verläumdnngenzu nennen. Sie schonten selbst des apostolischen Nüntius Scapi, ver-steckt auf dessen Namen anspielend, nicht und baten den Papst ihn alsGönner und Beschüzer der Kezer seiner Stelle zu entheben und Lurchjemand Anders zu ersezen. In der Vorstellung an den König vonFrankreich sagten sie unter Anderem, eS habe der Gesandte Gnefsicrdie Kezer begünstigt und Vieles für sie gethan und zum Lohn dafürhätten solche ihm den Tod geschworen, so daß er gezwungen gewesen,sich, um demselben zu entgehen, in der bischöflichen Gruft der Kathedral-
32 II»d namentlich nm z» bewirken, daß der Festungsban an derRheinbrückc und an anderen Orten der Bünde unterbliebe.
Zusaz des Vers.