Buch 
Des Ritters Fort. Sprecher v. Bernegg J.U.D. Geschichte der Kriege und Unruhen, von welchen die drei Bünde in Hohenrätien während der letzten Jahre heimgesucht wurden / [Fortunat von Sprecher von Bernegg] ; nach dem Lateinischen bearbeitet, durch Anmerkungen erläutert und unter den Auspizien der bündnerischen geschichtforschenden Gesellschaft herausgegeben von Conradin v. Mohr
Entstehung
Seite
334
JPEG-Download
 

334

Kampf zu Schiers.

1622. jedoch nicht herabzusteigen. Als sie endlich vermittelst angelehnterLeitern herabkamen, wurden ihrer sieben von der ledigen Salome Lien-hard, mit einem Prügel erschlagen, denn auch die Weiber kämpftenwie die Männer mit. Anna Maruck tödete einen Oesterreicher aufdem Heuschober; Katharina Haberstroh entriß einem Andern auf demKirchhofe das Schwert und durchbohrte ihn mit demselben. Es sielenauch Andere noch durch Weiberhand. ^

Heinrich Popp, Lieutenant der Ciurletti'schen Compagnie und jeztBefehlshaber der hundertnnddreißig Mann, von welchen oben Erwäh-nung geschah wurde, da er bei Beginn des Kampfes im Hause desPodestä Thonras Wehrli-Walser beim Imbiß saß, von seinem Wirthegerettet.

Hauptmann Joh. Jacob Freiherr v. Fels hatte zu Grüsch durchden Kapuziner, Pater Fidelis ^ und dessen Gehülfen Pater Johannv. Kreywangen, die Predigt und Messe etwas früher als sonst haltenund alle Anwesenden durch einen Schreiber sich notiren lassen. VonGrüsch ging er dann mit Pater Fidelis und einem Theile der Truppen(nämlich 25 Mann) nach Seewis hinauf, um dort ebenfalls denGottesdienst abzuhalten. Bereits hatte derselbe begonnen, als derRauch des in der Kirche zu Schiers entzündeten Pulvers von denSoldaten bemerkt wurde; gleichzeitig stürzte eine Schildwache in dieSeewiser Kirche (die Truppen umstanden nämlich dieselbe von allenSeiten) mit dem Ausruf, man sehe Rauch und Feuer. Alle Zuhörerverließen nun dieselbe. Der Kapuziner hieß Las Volk sich beruhigen,denn er glaubte, es fürchte sich vor den Soldaten.

oberem und unterem Theile des Gewölbes ist nicht ganz klar, — viel-leicht ist hier das Stück über dem Chöre gemeint.

i „Zu Seiners habend nun fürnemme Landsknecht Fristnng des Lebensvm ein Nantzion erlanget, die wahrend in ei» hauß verschaffet. Alß aberdie Weiber solches vernommen, habend l>e gsagt: Wir sind so wol alsvnsre Manen von Visen Landtsknechten geplaget worden vnd habend wolso wol darzu zu reden, darum so wollend wir disen gemalt mit gemaltvertriben, „surfend" also dise Menner auf die gaffen vnd erschlugend siemit sparren." Andorn IV. 45.

s Sie hatten (S. oben S. 328) Baldiron in das Thal hinein be-gleitet und waren zu Schiers zurückgelassen worden.

K Als Laie trug derselbe den Namen Marcus Rain und war derSohn des Bürgermeisters Zimmerring in Schwaben, dazu Doctor beiderRechte und Beisizer des Gerichtshofes zu Ensisheim im Elsaß.

Znsaz des Vers-