336
Kampf an der Lanquart.
1622. Sie eilten zur Lanquart, aber auf der Brücke, wo man in's Schaluuer-thal o geht, angelangt, faßte das Pulver wieder Feuer. In der dadurchhervorgebrachten Unordnung und bei dem Gedränge (denn es befan-den sich hier auch die Weiber und Kinder der Soldaten) stürzten Vielebeim Uebergang in's Wasser hinab.
Zudem erschienen in diesem Augenblicke auf der Anhöhe ob demSchalunerthal einige Prättigauer aus Valzeina, zum Theil mit Har-nischen (welche sie früher verborgen gehalten harten) bewehrt, und inGesellschaft derjenigen, welche bereits zum Wegzug aus der Gegendsich gerüstet hatten. Bei ihrem Anblick befiel sowohl die jenseits derBrücke stehenden als diejenigen, welche noch diesseits sich befanden, einsolcher Schrecken, daß sie, daß Aeußerste versuchend, in die Lanquartliefen. Weiber und Kinder in die Mitte nehmend und bis an die Len-den im Wasser, fuhren sie im Schießen fort, wodurch unter Andernein Prättigauer noch gefährlich verwundet wurde. Endlich mußten sieunterliegen und so wurden an diesem Tage im Gerichte Schiers drei-hundertfünfzig ertränkt oder mit Prügeln erschlagen. Gefangen nahmman dreißig.
Den Kapuziner Pater Johann erhielten Abundi v. Salis, Sohndes Hercules v. Salis und Landammann Leonhard Janett am Lebenund es wurde derselbe acht Tage später auf Vermittlung der eidge-nössischen Orte, (die evangelischen nicht ausgeschlossen) wieder auffreien Fuß gesezt. Als der etwa zwanzig Mann starke österreichischeWachtposten, bei den Ruinen des Schlosses Fragstein, die Hüte derErschlagene», dann auch ihre Leichname die Lanquart Herabtreiben sah,ergriff ihn eine solche Furcht, daß er unter Wegwerfung der Waffenauf Malans zufloh. Mit diesen Leuten vereinigten sich auch Einige,welche zu Grüsch lagen und nach Abwerfen der Kleider sich durchSchwimmen zu retten vermocht hatten. Georg Müller, Lieutenant inder Compagnie des Freiherr» v. Fels, verbarg sich im Gesträuch undgelangte unverlezt über das Gebirge zu den Oesterreichcrn. Die Fahneder nämlichen Compagnie wurde, von ihrem Stocke losgerissen, in denStefeln des Fähnrichs, der gleichzeitig mit dem Bannerträger Crivelliseinen Tod fand, von den Prättigauern gefunden.
2 Voll!, tleluns. Auf der Karte nicht zu finden. Der Oertlichkcitnach das Balzeinerthal. Anklänge finden sich tn dem in der dortigenGegend, auf der linken Seite der Landquart, liegenden Gaschlnn.