Die Prättigauer in der Herrschaft.
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Barthol. Adolf Mher aus Mähren, Lieutenant des österreichischen 1622.Generalwachtmeisters in der Herrschaft Maienfeld, hatte früher eben-falls etwas über den Anschlag der Prättigauer läuten hören und be-schloß deßhalb in die Thalschast zu reiten, um zu vernehmen, wie dieEinwohner bei den ersten Kapuzinerpredigten sich benommen hätten.
An der Ecke aber, wo von Malans her der Weg zur Brücke bei Frag-stein abbiegt, begegnete er den halbnackten, aus dem Prättigau fliehen-den, österreichischen Soldaten. Von ihnen über den ganzen Hergangbelehrt, ritt er mit verhängtem Zügel nach Malans zurück, ließ hierdie Besazung zusammentrommeln und bewog dieselbe, wegen einesmöglichen Ueberfalles von Seite der Prättigauer sich nach Maienfeldzurückzuziehen. Auf ein Signal hin, eilten nun die Besazungssoldatenvon Malans, Jenins, Fläsch und der Rheinbrücke, wo sie mit demAuswerfen von Schanzen beschäftigt waren, auf Maienfeld zu. Sieben-unddreißig Bürger der Stadt, welche sie außerhalb derselben trafen,wurden mit Ausnahme von Luzi Ruedi und Wolfg. von Tug, die zurWehre sich sezend, durch sie den Tod fanden, sämmtlich in die Stadtgeführt. Das Nämliche geschah mit deren Weibern und Kindern undungefähr hundertfünfzig Kühen und anderm Rindviehc, sowie einigenPferden, welche Fuhrleuten, die Salz dahin geführt, abgenommenwurden.
Die Prättigauer, zum größten Theile mit den Waffen der erschla-genen Oesterreichcr, theilweise aber auch noch mit den früheren, nochbluttriefenden Sparren bewehrt, zogen nun im Sturmschritte zu Ma-lans ein und forderten dessen Bewohner auf, sich ihnen anzuschließen.
Dieß geschah denn auch von Seiten des Hauptmanns Dietegen v.Hartmannis und verschiedener Anderer. In zwei Haufen getheilt,machte sich ein Theil der Prättigauer zur Hut des St. Luziensteigesauf und ereilte unterwegs einige österreichische Soldaten, welchegetödet wurden. Der früher erwähnte'" Joh. Rudolf Gugelbergv. Moos, suchte aus Furcht vor ihnen zu Pferd zu entkommen,wurde jedoch von Jacob Steger, genannt Glarner, von Maienfeldund Christian Conrad von Guschen, im Walde zwischen Malans undJenins angehalten, seines Pferdes, Geldes und einiger Silbelpokale,die er bei sich ,führte, beraubt und dann umgebracht. Der von denOesterreichern, welche nach dem Schlosse Guttenberg geflohen, ver-
>a Siehe oben S. 260.
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