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Des Ritters Fort. Sprecher v. Bernegg J.U.D. Geschichte der Kriege und Unruhen, von welchen die drei Bünde in Hohenrätien während der letzten Jahre heimgesucht wurden / [Fortunat von Sprecher von Bernegg] ; nach dem Lateinischen bearbeitet, durch Anmerkungen erläutert und unter den Auspizien der bündnerischen geschichtforschenden Gesellschaft herausgegeben von Conradin v. Mohr
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Die Prättigauer vor Maienfeld.

IN22. lassene St. Luziensteig erhielt prättigauer'fche Besazung und weil dieOesterreicher die alten Schanzen geschleift hatten, wurden Tags draus,25. Ap. den 25. April, jene dreißig österreichischen Gefangenen an ihre frühereStelle geführt, wo sie mit den Einwohnern innert vierzehn Tagen,eilfertig genug, neue Wälle auswarfen. Von den Gefangenen fandensieben, welche zn arbeiten sich weigerten, unter Prügeln ihren Tod.Der andere Haufe Prättigauer. es waren ihrer hnndertfünfzig Mann,eilte auf Maienfeld zn und bemächtigte sich auf dem Wege einigerösterreichischer Waffen und Gepäckstücke. Eine Abtheilung Ocster-reicher legte sich zwischen Jenins und dem sogenannten Herrnwald, derunterhalb des Dorfes liegt, im Gebüsche in Hinterhalt und tödete denPrättigauer», welche unvorsichtig in denselben gerietben, zwei Manndurch Flintenschüsse. Keineswegs dadurch geschreckt, schwenkten Jenesofort zur Rechten, um die Oesterreicher im Rücken zu fassen, woraufzwei derselben ihren Tod fanden, die Uebrigen aber in das StädtchenMaienfeld zurückflohc». Die Nacht wurde hierauf von den Prätti-gauern auf dem Hofe Rofels, das zwischen Jenins und dem St.Luziensteige liegt, zugebracht.

Sehen wir, was inzwischen an andern Orten vorfiel.

Anton de Antoniis, von Seewis im Prättigau, traf, als erSonntags den 24. April auf die vier Dörfer zu ging, unweit Jgis,im Walde einen Boten, welcher mit Aufträgen Baldiron's in's Prätti»gau unterwegs war, um die Truppen zu warnen. Er warf ihn vomPferd herunter und tötete ihn. Johann Ladner, ebenfalls ein Prätti-gauer, welcher damals zu Jgis sich aufhielt, nahm im Ried mit Hülsedes gedachten Anton, den Hauptmann Kleinhaus gefangen, der vonCur nach Fläsch zu seiner Compagnie wollte. Johann, Sohn Gcorg'sSaluz, Pfarrers zu Cur und Stephan Mauz, selbst ein Prediger, er-schlugen bei Zizers zwei mit Gewehren bewaffnete Diener des Haupt-manns Kleinhaus und ritten dann sofort nach Zizers, wo sie dieBewohner zur Ergreifung der Waffen mahnten. Sie behaupteten,Baldirons Dragoner seien im Anzug und halfen Weg und Steg ab-sperren. Sturmgeläute rief allenthalben zu den Waffen.

Freitags vorher, nämlich am 22. April, hatten Georg v. Schorschund Jvh. Anton Giöri, die sich in der Stadt Cur befanden, auf dieMahnung Hauptman» Martin Camcuisch's des Jüngern, sich vorzu-sehen, auf den bischöflichen Hof sich geflüchtet. Baldiron aber sandtesie an diesem nämlichen Tage noch in den grauen Bund, um Hülfe