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Des Ritters Fort. Sprecher v. Bernegg J.U.D. Geschichte der Kriege und Unruhen, von welchen die drei Bünde in Hohenrätien während der letzten Jahre heimgesucht wurden / [Fortunat von Sprecher von Bernegg] ; nach dem Lateinischen bearbeitet, durch Anmerkungen erläutert und unter den Auspizien der bündnerischen geschichtforschenden Gesellschaft herausgegeben von Conradin v. Mohr
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Die vom Feinde besezte Ruine Lichtenstcin ergibt sich. 351

Körper Derjenigen sein, welche sich auf Schloß Castels befanden und 1622.dermalen Zeugniß ihres Meineids gegen die Bündner ablegten; An-dere wieder sagten, die Leiche» wären nicht tief genug, beerdigt worden,feien durch den Einfluß der Luft aufgeschwollen, weßhalb nunmehrArme und Beine zu Vorschein kämen.

Sehr besorgt, wie er den Bündnern den Paß in den grauen Bundversperren könnte, besezte Baldiron zu Cur inzwischen am Donnerstag,den 5. Mai, das außerhalb Haldenstein in Trümmern liegende Schloß s. MaiLichtenstcin mit hundert Mann, welche Gelzer, ein Eidgenosse ausNeukirch und der Lieutenant Joh. Keiser befehligten. Tags darauf,am Freitag, ließ er noch weitere hundert Mann dahin abgehen.Donnerstags vorher langten einige Appenzeller unter Conrad Schießin den Bünden an. Es hatten nämlich die Prättigauer sogleich nach-dem sie die österreichischen Besazungssoldaten niedergemacht, allesGeld, was sie bei ihnen fanden und selbst vorräthig hakte», demChristes Mündli von Maienfeld übergeben, um damit so schnell wiemöglich Truppen in der Eidgenossenschaft zu werben. Darunter be-fanden sich nun auch einige Appenzeller und Rheinthaler.

Samstags den 7. Mai verließen dann die Hauptleute Stephan?. MaiThys, Conrad Schieß und Christes Mündli mit einer unbedeutendenAnzahl Volk das Dorf Untervaz und kamen längs der Berghalde ober-halb Oldis zur Ruine Lichtenstcin. Lange wurden hier Schüsse ge-wechselt. Hinter den Mauern verschanzt, tödeien die Oesterreichs zweiBündner, den Christian Rüsch und einen klntervazer, Namens Chri-stian Zinsli, welche kühn den Mauern sich genähert hatten. Anderseitsfielen auch einige Oesterreicher. Nun ordnete Hauptmann StephanThys einen Theil der Appenzeller zur Besezuug des Dorfes Halden-stein ab. Was ihnen von Oesterreichern begegnete, wurde nieder-gemacht. Thys sperrte dann den zu Lichtenstcin Belagerten jeglichenZugang und nicht minder alles Wasser ab. Zu Haldenstein im Schlossewurde Wolfgang Jarastroff, Freiherr von Sternberg aus Böhmen,Fähndrich der Baldiron'schen Dragoner, gefangen genommen, aberauf Dazwischenkunst des Herrn von Haldenstein, Thomas, Freiherrnvon Ehrenfels, später wieder entlassen.

Sonntags den 8. Mai übergab sich die Besazung zu Lichtenstcin, 8. Malnachdem sie sich freien Abzug bedungen hatte. Sie mußte den Eidleisten, niemals wieder gegen die Bündner dienen zu wollen. Dannwurde sie in ihren Waffen durch eidgenössisches Gebiet abgeführt.