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Gefecht auf dem Fleischer Berge.
1622. Jenseits des St. Luziensteiges standen unter dem Befehl Gau-Ll.Maidenzio Corretti's (er war an Reitnauers Stelle getreten) vier Com-pagnien vom Regimente des Grafen Alvic v. Sulz, welche jüngsterst aus dem Elsaß angelangt waren. Oberstlieutenant war MichaelAltmannsbauser; Hauptleute Pollschwylcr, Offenburger und Zind,bei welchen sich auch Hauptmann Francesco Franziui befand. Auchwaren Ciurletti, Bertholt» und Ejerliu angekommen. Durch Spähervon Allem unterrichtet, sandten diese Truppen im Einverständnisse mitBaldiron Samstags den 21. Mai die drei Compagnien Ejerlin's,Berthold's und Francini's in der Dämmerung auf den Fläscher Berg.Hier stand ei» Posten von siebenzig Klostersern und Castclsern, jenevon meinem Bruder, dem Fähndrich Conrad Sprecher, diese vonChristian Putz befehligt. Zuerst vom Feinde angegriffen, warfen ihndie Erstern kräftig zurück und töteten einen Corporal und drei Gemeine.Es hatte aber derselbe gleichzeitig die Castclser im Rücken genommen,weßhalb diese vor der Ucberniacht sich zurückziehen mußten. Immerhinnoch nicht außer Gefahr, drang Putz in meinen Bruder durch einenneuen Angriff, seine Mannschaft derselben zu entreißen. Es geschahund als dieser au der Spize auf den Feind eindrang, empfing er eineKugel unter der rechten Brust, welche ihn zwang sich durch seinenNeffen Fortunat den Berg hinabführen zn lassen. An der Rhein-brücke angelangt, gab er in der darauf folgenden Nacht, durch denBlutverlurst erschöpft, den Geist auf. In den leztcn Minuten er-mähnte er die Umstehenden zur Frömmigkeit, Eintracht und tapfernVertheidigung des Vaterlandes. Noch acht andere Bündner fielenauf dem Berge, gegen welche die Feinde unmenschlich wütheten.Den Einen schunden sie lebendig und steckten ihm die abgehaueneRechte in die aufgeschlizte Brust. Während ein Theil die Höhe beseztezog der Oberanführer Coretti mit dem Reste der Mannschaft, fünf-zehnhundert Mann stark, auf den St. Luziensteig hinab, fand jedochhier kräftigen Widerstand und erhielt selbst eine Schußwunde unterdas linke Ohr. Verschiedene der Seinigen wurden getodet; Mehrerenoch verwundet. Aus jenem Theil des Berges, welcher den NamenCrestig^ führt, hatten die Oesterreichs Schanzen aufgeworfen undfür die Mannschaft einige Hütten errichtet. Hier pflanzten sie, Allenweit sichtbar, ihr Banner auf, verhöhnten die Unsern durch Tanzen
Oder krestis »ach Anhörn.