Zweite Niederlage der Oesterreichs Sei Fläsch. 363
und Spottreden und Kündeten zulezt ein Freudenfeuer an. Die Be- 1622.lagerten zu Maienfeld antworteten durch ein ähnliches und ein drittesflammte auf Befehl des Abts Michael Saxer, eines Eidgenossen,von dem gegenüber aus dem Berge liegenden Kloster Pfävers genHimmel auf.
In diesen Tagen war einige Mannschaft aus dem Zürchergebietund anderen Orten unter dem Befehl Joseph Wertmüller's, Joh.Wilhelm Stapfer's und Andreas Steiner's heimlich in das Lager derBündner bei Maienfeld angelangt. Es kamen auch viele Glarner,die an die Molinära geschickt wurden. Ihre Führer waren ThomasSchmid, Heinrich Tschudi, Daniel Beldi und Caspar Heer, welcherlezterer dann gemeinschaftlich mit Johann Lorient, einem Prättigauer,die Castelser Compagnie befehligte. Zulezt erschien noch JohannMelchior Martin.
Montags den 23. Mai stiegen sechshundert Oesterreicher" durch 23.Maiden Fußsteig Ludis^ und den Jnaner^ Wald den Fleischer Berg herabund machten an dem nämlichen Orte, wie früher, nämlich in den neuenWeinbergen,- nur etwas näher dem Berge zu, Halt. Hier^ ordnetensie ihre Schlachtreihe. Die Mischer schickten eilig drei Boten fort, denEinen auf den St. Luziensteig, wo die Davoser standen; den zweitennach Rofcls, wo Rudolf v. Salis commandirte und den dritten nachSalenegg, wo die Eidgenossen und Maienfelder lagen. Nach gehal-tenem Kriegsrathe wurde den Klostersern, Castelsern und Schürferndie Hut am St. Luziensteig übergeben und auf dem Walle wie aufden Schanzen vor der Stadt fleißig Wachen ausgestellt und häufigeGewehrsalven gelöst, um die Belagerten an dem Austritt aus derStadt zu hindern. Der Oberanführer Rudolf v. Salis aber wähltezweihundertfünfzig Mann aus und zog mit denselben gegen Fläsch zu,dem Feinde entgegen. In seiner Nähe angelangt, warf er sich betend aufdie Knie und schritt dann mit höchstem Ungestüme zum Angriff. DerFeind bestand aus lauter erlesener Mannschaft, welche eine VortheilhafteStellung einnahm und sich Anfangs auch tapfer zur Wehre sezte. Alsaber Verschiedene der Unsrigen unter der Führung einiger Fläscher,
" Unter Hanpnnann Ejerlins Anführung. Anhörn.
Lydisgang (Steig oder Weg) nach Anhor».
" Silva Innung im Original. Der Name existirt jezt nicht mehr.
Anhörn nennt den Herrenwald.
b» Die Stelle heißt bei Anhörn der „Rüffiport."