364
Zweite Niederlage der Österreicher bei Fläsch.
162?. welche den Weg kannten (von ihnen verdient vorzüglich der Schäfer23.Mai Joh. Risch erwähnt zu werden), die Anhöhe erstiegen und von dort ausSteine auf den Feind herab zu wälzen begannen, wandte er sich auchsofort zur Flucht. Hauptmann Ejerlin, von Christian Senti, einemMaienselder allein im Walde gefunden, warf sofort die Waffen vonsich und bat um sein Leben, wurde aber von Einigen, welche dazukamen, in der ersten Wuth mit Prügeln erschlagen. Ferner fandendrei österreichische Lieutenants ihren Tod, unter ihnen auch Gelzervon Neukirch in der Eidgenossenschaft, welcher an jenem Sonntag,den 8. Mai, zu Lichtenstein geschworen hatte, gegen die Bündner keineWaffen mehr zu tragen. Es fielen auch zwei Fähndriche und achtandere Offiziere; von Gemeinen fand man zweihundert Leichname.Viele ertranken überdieß im Rheine; eine große Zahl wurde ver-wundet, unter ihnen Pancrazius Straiff, Lieutenant in der Com-pagnie des Bonifazius Bcrthold. Die Oesterreicher sollen im Walde,zumal am Fußwege, einige Bäume beinahe ganz durchsägt gehabthaben, um sie dann später nach Belieben umstürzen zu können. Beiihrer Flucht aber fiel einer derselben, eine Eiche, auf drei Mann, zer-schmetterte einen und verwundete die beiden andern, welche dann mitKolben erschlagen wurden. Von Bündnern fiel nur einer im Kampfe,Victor Beli von Davos, der durch den Kopf geschossen wurde. Drei-zehn empfingen Wunden, von welchen eine für Caspar Stnpan, Stu-direnden der Theologie, später tödtlich ausfiel. Während zu Fläschgekämpst wurde, eilten, um die Kräfte der Unsern zu theilen, dieOesterreicher mit den übrigen Truppen auf den St. Luziensteig undsuchten die nächste Anhöhe zu gewinnen, um von dort aus sich derSchanzen zu bemächtigen. Sie wurden aber von den Bündnern,welche längs der Halde hinauf einige Grube» gemacht und selbige mitWurfsteinen angefüllt hatten, auch in jede derselben zwei Musketiereverborgen hielten, mit Verlurst zurückgeschlagen. Diejenigen, welchegeradenweges auf die Schanze loszogen, fanden einen eben so warmenEmpfang. Die Oesterreicher verloren vierzehn Mann, darunter denLieutenant, der sie anführte. Viele wurden verwundet. Von denUnsrigen fand sich lediglich ein Prättigauer verlezt, doch kam er nichtmehr auf. In der Hize des Kampfes erblickte man neben der eigent-lichen noch zwei andere Sonnen am Himmel, worin wir eine guteVorbedeutung erblickten und als Zeichen aufnahmen, daß die drei. Bünde sich wieder fest an einander schließen würden.