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Des Ritters Fort. Sprecher v. Bernegg J.U.D. Geschichte der Kriege und Unruhen, von welchen die drei Bünde in Hohenrätien während der letzten Jahre heimgesucht wurden / [Fortunat von Sprecher von Bernegg] ; nach dem Lateinischen bearbeitet, durch Anmerkungen erläutert und unter den Auspizien der bündnerischen geschichtforschenden Gesellschaft herausgegeben von Conradin v. Mohr
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366
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366 Die Ocsterrcicher an der Molinära geschlagen.

1622 . wilder Eile, daß, als nicht Alle zugleich zum untern Thore eindringen28.Mai konnten, Einige in gestrecktem Gallopp zum Obern eilten. Der Feindverlor in diesem Kampfe zweiundsünfzig Mann. Viele wurden ver-wundet. Unsere Leute erbeuteten zwei Feldstücke, deren eines gesprun-gen war, verschiedene Falkonets und viele andere Waffen; dazu nochdreihundert Stück Vieh. Von den Vüuducrn verfolgten Einige denFeind bis an die Stadtthore, Andere gingen gegen den Mittenberghin, wieder Andere zerstreuten sich ohne alle Ordnung und gegen dieBefehle der Hauptlcutc in die nächsten Weinberge. Dieß bemerkend,rückte der Hauptmaun Keifer mit den Salzburgern, welche in derStadt verblieben waren, gegen Abend aus und töLete in einem Schar-müzel zwölf Mann. Die Uebrigcn schloffen sich dem in Masans lagern-den Heere wieder an, zu welchem Nachts noch auch Diejenigen stießen,welche dem Mittenberg zugezogen waren. Salzburger sielen drei. ZuMasans begannen die Bündner sofort einen Graben zu ziehen undschlugen auch ihr Lager dort für die folgende Nacht auf. Da aberweder Maienfeld noch Tiefenkastel" in ihrer Gewalt sich befand,wurden sie noch in derselben Nacht vom Oberanführer zum Walle beider Molinära zurückberufen, wo sie die feindlichen Schanzen demBoden gleich machten.

Inzwischen sezten die Unsrigen die Belagerung von Maienfeld28.Mai fort. Auf Samstag den 28. Mai beschlossen die Belagerten das DorfJenins anzuzünden, denn es schien ihnen Abends vorher, wo sie derNeugier halber die von den Bündnern im sogenannten Herrenfeldeaufgeworfene Schanze in Augenschein nahmen, die Zahl des dort ver-sammelten bündnerifchen Kriegsvolks sehr gering zu sein. Aber eswaren nur wenige Eidgenossen, aus der Compagnie Joseph Werd-müllers von Zürich, zum Walle gekommen. Beim Ausrücken gabensich die Oesterreicher den Anschein, als wären sie Prättigauer undFreunde; worauf einer von ihnen mit feiner Hellebarde die eidgenös-sische Schildwache verwundete und beide mit einander ringend sichgegenseitig die Waffen entrissen. ^ Ucbrigeus wurden die Feinde mit

s« Hier lagen nämlich einige Compagnien aus Joh. SerbelloniSRegiment. Siehe oben S. 353. Nach Anhörn sechshundert Mann, dochzogen bei der Uebergabe stehe unten S. 369 siebenhundert zu Fuß undfünfunddreißig Reiter ab.

öö Den Vorfall erzählt Anhörn weitläufig IV. 72. Der Streit mit derSchildwache entstand daher, daß Leztere die Parole verlangte.