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Ucb ergäbe von Maicnfeld.
1622. Boten gaben sichere Hoffnung, die zehn Gerichte würden wieder alsBund anerkannt, — erhielten jedoch die gleiche Antwort wie früher,daß sie erst dann zu allen ehrenhaften Friedensbedingungen sich ver-stehen würden, wenn sämmtliche fremden, österreichischen Truppenzuerst abgezogen sein würden. So kehrten die Boten am folgendenTage unverrichteter Dinge nach Cur zurück.
I.Juni Dienstags den 1. Juni kapitulirte» unter Dazwischenkunft desgedachten Broßwalders die Oesterreichs zu Maienfeld dahin, daß siemit wehenden Bannern, ihren Waffen und sämmtlichem Gepäcke freiabziehen durften, wenn es zuerst sich herausgestellt haben würde, daßkeinem Bürger der Stadt Maienfeld, männlichen oder weiblichen Ge-schlechts, irgend ein Schade», an Leben, Ehre oder Vermögen zu-gefügt worden sei. In Folge dessen wurden einige Bürger aus derStadt vorberufen; sie klagten über keine andere Unbill, als daß mitAusnahme einiger der Vornehmeren unter ihnen, das Kriegsvolk siejede Nacht hindurch in das Schloß einsperrte. Man wurde fernereins, daß sämmtliche von den Oesterreichern gemachte Beute in derStadt zurückbleiben sollte. Tags darauf, am Donnerstag, leistete derCommandant Prat, Namens aller klebrigen, dem Hauptmann Zeuch,Beauftragten der Bündner, den Eid, daß sie gegen die Bünde nie-mals wieder die Waffe» tragen würden, worauf sie achthundertfunfzigMann stark, mit hundertsiebenundfnnfzig Soldatenweibern über denSt. Luziensteig aus der Herrschaft Maienfeld abzogen. In der Stadtwurden einige größere Doppelhaken" (Einige nennen sie Spin-garden) und ein Feldstück vorgefunden, welches im lezten Jahre, alses von den Eidgenossen auf dem St. Luziensteige losgebcannt worden,am untern Theile plazte, von den Oesterreichs aber so weit ausge-bessert worden war, daß man es wieder benuzen konnte. Von Salzund Korn fand sich im Schlosse eine Menge vor. Mathias Rnff-nieu^b, ei,, Oberbündner, welcher Namens Caspars v. Schanensteindie Landvogtei zu Maienfeld verwaltete, hatte durch Einige in derStadt seinen Tod gefunden. Die Maienfelder klagten ihn an, daß erdie Bürger schlecht behandelte und alles den Oesterreichern anzeigte.Er hätte auch Schießpulver, das heimlich vergraben war, an dieselben
67 Uosobottones im Original.
6b So im Orig., — wahrscheinlich Ruffner, wie auch Vulpius ihnnennt, doch wäre dieses ein altes Maienfelder Geschlecht. Anhörn nenntihn Statthalter Tisll, einfach beim Vornamen (Mathias) und zählt alleseine Vergehen auf.