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Des Ritters Fort. Sprecher v. Bernegg J.U.D. Geschichte der Kriege und Unruhen, von welchen die drei Bünde in Hohenrätien während der letzten Jahre heimgesucht wurden / [Fortunat von Sprecher von Bernegg] ; nach dem Lateinischen bearbeitet, durch Anmerkungen erläutert und unter den Auspizien der bündnerischen geschichtforschenden Gesellschaft herausgegeben von Conradin v. Mohr
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Uebergabe von Tiefenkastel.

^ verrathen. Der Kriegsrath aber habe die Sache durchaus gewiß- 1622.

' billigt.

Schon hatten Bartholomäus Planta, Herr zu Räzüns, Martinv. Camenisch und andere Bündner, welche mit Baldiron zu Cur sichbefanden uad seiner Sache nicht mehr'trauten, nach Cläven, in'sVeltlin und von da nach Feldkirch sich begeben, mit einziger Aus-nahme Camenisch's, der zu Cläven Baldiron erwartete.

Dienstags den 7. Juni schlichen drei österreichische Soldaten, wie 7. Juni- man sagte, von Baldiron gesandt, nach Trumms, um das Dorf inBrand zu stecken. Sie wurden aber gefangen genommen und auf Be-fehl des Kriegsraths zu Jenins erschossen. Drei andere Oesterreich«aus dem Tirol, sonderten sich bei dem Abzug aus Maienfeld von denl Uebrigen ab, um, wie sie sagten, über das Gebirge heim zu reisen.

' Zwei von ihnen, als verdächtig in den Bergen aufgegriffen, fandenihren Tod durch Seewiser Weiber.

Hierauf berieth man sich wegen Tiefenkastel und der Stadt Cur.

Zur Hut des St. Luziensteiges wurden Johannes Zeuch und WilhelmStapfer kommandirt. Joh. Peter Guler aber brach am 6. Juni mitseiner Compagnie und einigen Prättigauern durch das Prältigau,

Davos und das Gericht Alveneu, das bereits wieder in den Bundsowie in Eid und Pflicht genommen worden, zur Belagerung vonTiefenkastel auf. Auf der andern Seite kam Stephan Thys mit seinerCompagnie und einigen Gottshausleuten vom Tumleschg über denMuttuerberz eben dahin. Sie schritten sofort zur Belagerung, schobenWälle vor, besezten die nächsten Höhen und hielten sich zum Angriffbereit. Auch der Feind war während der ganzen Nacht mit Auswerfeneiner Schanze beschäftigt und verlor dabei einige Mann.

Als man ihn über die Uebergabe anfrug, wies er solche nicht vonsich, verlangte jedoch mit Waffen und Gepäck, frei entlassen zu werden.

Als dann die Bündner, welche nur siebenhundert Mann zählten,Donnerstags darauf erfuhren, daß der Feind von Cur aus bis Malirvorgedrungen sei, gewährten sie ohne weitere Zögerung den Abzug inder Richtunz nach Cläven mit allen Waffen und Gepäck. Es warenfünfunddreifig Reiter und siebenhundert Mann Fußvolk unter den Be-fehlen von Gius. Osio, Major aus dem Regiment Serbelloni's (späterwurde er zu Cläven wegen dieser unerwarteten Uebergabe vom Grase»Serbelloni gefangen gesezt) Giov. Giac. de Corte, Maltheserritter,

Giac. Stanga, Giov. Ant. Magiolino, Doctor beider Rechte, und