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Gefechte oberhalb Cur.
1622. Francesco Vernaccia. Von Korn und Wein fand sich kein kleinerVorrath vor. Wenig fehlte, daß sie auch den spanischen Commissärmit der Kriegskasse außerhalb des Dorfes gefangen genommen hätten,doch fingen fie einen Brief Giuseppe Oflo's an Buldiron zu Cur auf,in welchem Ersterer um zweihundert Mann Zuzug bat. Als man ihmLiesen Brief vorwies und gleichzeitig davon überzeugte, daß die StadtCur ebenfalls belagert wurde, ließ er sich um so leichter zur Uebergabeherbei. Den llnsrigen fielen zu Lenz auch Briefschaften Baldiron'swelche an die Räthe zu Innsbruck, an Stredel und an seine Gattingerichtet waren, in die Hände. In dem Schreiben an Stredel klagte erunter Anderem über Mangel an Geld; er müsse selbst den Boden, dener zur Aufführung von Schanzen brauche, zu hohen Preisen bezahlen;bereits an den Abzug denkend, verschwor er sich, der Teufel möge ihnholen, wenn er die geringste Furcht hege, aber er könne nirgendsHülfe erhalten und wolle deßhalb Gepäck und Munition dem Engadinzu senden. Noch fügte er hinzu, er könne nicht glauben, daß zwei dermächtigsten Fürsten es leiden sollten, daß vier Bauernhaufen (ermeinte die vier Gerichte im Prättigau) Alles dieß ungestraft thundürften.
Dienstags vorher, den 7. Juni, waren Spanier und Oesterreichergegen Malix zu gekommen, willens das Gericht zu plündern undgleichzeitig den Belagerten zu Tiefenkastel Hülfe zu bringen. Obschonvon den Curwaldern, denen sich auch einige Prättigauer und Schan-figger angeschlossen hatten, zwei bis dreimal auf den Wiesen bei St.Hilaria, unmittelbar ob Cur, zurückgeschlagen; zwangen sie dieselbendennoch bei Anbruch der Nacht, von Neuem mit allen Kräften drängendund weit aus in der Mehrzahl, in die Berge sich zurückzuziehen. Dochverloren sie eilf Mann und Viele wurden verwundet. Bünduer fielenfünf, darunter Ulrich Buol, des Raths zu Curwalden. ^ Simonv. Salis, Bürger von Cur, seine kranke Tochter nebst der Magd,wurden von dem spanischen Kriegsvolk auf dem Berge getödet, seinWohnhaus zu St. Salvator, in der Nähe der Stadt Cur aber nieder-gebrannt. Die Feinde drangen bis Malix und brannten die Häuser„zum Städeli" und „zum Kreuz" °o bis auf zwei ebenfalls nieder.Einige Reiter waren bis zum Kloster Curwalden gelangt. Die
^ Landschreiber. Anhörn.
60 ^ll stsbulum ei crucvni. Original.