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Des Ritters Fort. Sprecher v. Bernegg J.U.D. Geschichte der Kriege und Unruhen, von welchen die drei Bünde in Hohenrätien während der letzten Jahre heimgesucht wurden / [Fortunat von Sprecher von Bernegg] ; nach dem Lateinischen bearbeitet, durch Anmerkungen erläutert und unter den Auspizien der bündnerischen geschichtforschenden Gesellschaft herausgegeben von Conradin v. Mohr
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Abzug der spanischen Besazung.

1622. Stadt verließ, standen die Prättigauer in einer Reihe aufgestellt, ihre17 . Juni blutgefärbten Prügel iu der Hand. Zwei Oesterreichs, früher inBaldiron's Diensten, hatten sich oberhalb der Stadt zu St. Antönienversteckt und Baldiron, wegen Vorenthaltung ihres Soldes, den Todgeschworen. Als dieß Guler erfuhr, sandte er sofort einige der Dei-nigen, welche Jene abführten und ihnen mit der Todesstrafe drohten,wenn sie irgend etwas gegen die öffentliche Treue begingen.

Am Freitage, als Alle sich zum Abzüge bereit gemacht hatten,erhob sich ein Tumult unter dem Kriegsvolk in der Stadt. Baldironverlangte durchaus, daß die Salzburger mit ihm nach Cläven unddurch das Veltlin in's Münsterthal, wohin auch sein Weg führte,gehen sollten. Keiser und Rondinell, (dieser war an Ciurletti's Stelleals Hauptmann getreten) schienen zwar öffentlich nicht zu opponiren,aber die gemeinen Soldaten widersezten sich einstimmig. Baldironließ nun durch die vereinigten spanischen Reiter und Fußtruppen denSalzburgern im Fall des Ungehorsams mit Gewalt drohen. Dieseaber, welche aus der erlesensten Mannschaft bestanden, besezten sofortden St. Martinsplaz, schlugen die Spanier zurück und zwangen siedurch Gewehrsalven unverrichteter Dinge wieder abzuziehen. MitBaldiron zogen demnach von Deutschen nur der Rest der Treuer'schenCompagnie und einiges Steigcr'sche Volk, im Ganzen ungefähr zwei-hundert Mann ab. Die Zahl der Spanier belief sich auf zweihundert-fünfzig Reiter und zwölfhundert Fußsoldaten. Unter jenen befandensich, ganz geharnischt und das Haupt mit dem Helme bedeckt, auch zweiBündner, Rudolf Capell^ von Stall«, Hauptmann in der Treuer-schen Compagnie^ und Conrad Ptanta, Bruder Barthol. Planta's,Herrn von Räzüns, welche beiden als im Abzugsvertrage nicht Inbe-griffen, beim obern Thore durch die Bündner angehalten, von denPferden herabgerissen und sofort gefangen gesezt wurden. Montagsden 20. Juni wurde Capell in der bischöflichen Quader vor demuntern Thore zum Tode verurtheilt und durch vier eidgenössische Sol-daten erschossen, Planta in das Schloß Maienfeld abgeführt, von woaus es ihm, mittelst Täuschung der Wächter, im Monat Juli zu ent-weichen gelang.

6« Vielleicht richtiger Capella, indem ein noch dermalen zu Stall«blühendes Geschlecht, sich also schreibt.

An die Stelle des erschossenen Hauptmann's Travers erwählt.Anhörn IV. 79.