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Gefechte an der St. Martinsbrücke
1623. In diesen nämlichen Tagen würde In!. Cesar Kcsch, Wachtmeisterin BaldirouS Regiment, vorn Grafen Ottavio Sforza Visconti, desErzherzogs Leopold General der Artillerie^ zwischen Burgeis undTäufers, in der Nähe des Münstertbales, erstochen, — wodurch dieOesterreichs zwei tüchtige Offiziere verloren. ^i« Samstags den 16. Juli detachirte der General die Hauptleute
Joh. Zeuch und Andreas Steiner mit ungefähr dreihundert Mannzur Beseznng der St. Martinsbrücke. Da unterwegs aber der gemeineMann durch Joh. Zeh, Oberst Schmid's Fähnrich, eine», Glarner,angestiftet wurde, nicht weiter zu ziehen, bis man den nöthigen Pro-viant hatte, mußte man noch an demselben Abend „»verrichteter Dingein das. Lager nach Sins zurückkehren. Obschon aufgefordert, denMan» zu bestrafen, versäumte es der Glarueroberst Schmid dennoch,was zur Lockerung der militärischen Zucht nicht wenig beitrug.
Am Sonntag zog der General mit seinen Dragonern wieder aufdie Brücke zu und da die Soldaten, des häufigen Gewehrfeucrs wegensich derselben auf keine andere Weise nähern konnten, als indem sieSchanzen auswarfen, wurde Nachts von den Engadinern ein Wallgezogen, aber bald wieder des beständigen Schießens wegen im Stichegelassen; und als die Bündner dann die Brücke in Brand zu steckensuchten, fand der Wachtmeister Nicolaus Augustin dabei seinen Tod.So kehrte man abermals „»verrichteter Dinge nach Sins zurück,mm Dienstags den 19. Juli wurde beschlossen, zwanzig Mann vonjeder Compagnie zur Hut des Lagers zurückzulassen, mit den übrigenTruppen aber nochmals zur Besczung der Brücke und jener verschanztenHäuser ^ aufzubrechen. Der General rückte mit seinen Dragonern undden Compagnien des Andreas v. Salis und Joseph Wertmüllers aufder linken Jnnseite, die klebrigen aber mit offenem Feldzeichen auf derrechten über den Berg, nächst NauderS, vorwärts. Lezte bivouakirtendie Nacht auf der Höhe, der General aber zu Chiaflur. Am Mittwochbrachen Jene in aller Frühe gegen den Feind aus und trafen an einer
3 So nennt ihn Quadrio, jedoch ohne den Beinamen Visconti. II.292. Im Orig. steht rei wrinentncmo prnelectus, waS vielleicht durchFeldzeugmeifter gegeben werden könnte.
4 Sie konnten über die Befestigung des Schlingenberges zwischen dem
Unterengadin nnd Müusterthal sich nicht verständigen und geriethen dar-über mit einander in Streit. Zusaz deS Vers.
5 Die abgedachten mit Feldstücken versehenen Blockhäuser.