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Des Ritters Fort. Sprecher v. Bernegg J.U.D. Geschichte der Kriege und Unruhen, von welchen die drei Bünde in Hohenrätien während der letzten Jahre heimgesucht wurden / [Fortunat von Sprecher von Bernegg] ; nach dem Lateinischen bearbeitet, durch Anmerkungen erläutert und unter den Auspizien der bündnerischen geschichtforschenden Gesellschaft herausgegeben von Conradin v. Mohr
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Glückliches Gefecht im Scarlthal.

1622- die Arbeit fortzusezen. Sie kehrten jedoch wieder beim, ohne etwasausgerichtet zu haben.

2 g. Juli Sonnabends den 23. Juli wurden Stephan Thys, Joh, Zeuchund Andreas Steiner mit dreihundert Auserlesenen über den benach-barten Berg in das Scarlthal detachirt, das zwischen dem Unterengadinund Münsterthale liegt. Dort sollten, wie es hieß, wohlverschanztzweihundert Oestcrreicher, meist Tiroler aus den Regimentern Fuchsund Henli, sich befinden. Es wurden dieselben aber unversehens undaußerhalb der Schanze im Dorfe selbst, von den Bündnern überfallenund in die Flucht gejagt, wobei sie siebenunddreißig Mann, darunterden Korporal Werli, verloren. Der Rest sammelte sich indessen aneiner bequemen und sichern Stelle wieder und rüsteten sich von Neuemzum Widerstände. Um sie von der Höhe aus zu fassen, stiegen Thysund Zeuch mit einem Theil der Mannschaft den Berg hinan, währendSteiner in der Thalfläche vorrückte. Aus diese Weise abgeschnitten,baten die Feinde durch Aufstockung eines weißen Tuches um Gnadeund sandten zwei der Ihrigen zu den Bündnern, denen sie sich dannunter Nicderlegung der Waffen als Gefangene ergaben. So wurdenihrer hundertzweiundfünfzig Mann, darunter der Lieutenant JacobSchmid und der Wachtmeister Angerer, nach Sins in's Lager abge-führt, wo man die beiden Offiziere zurückbehielt, die Gemeinen aberzum St. Luziensteig schickte und dort zu Schanzarbeiten verwendete.

27. Juu Mittwochs den 27. Juli zogen dreihundert Unterengadiner durchdas Scarlthal in Val da Vigna", wo das Vieh der Tauferser undLatschcr ^ sich befand und erbeuteten daselbst hundertundfünfzig Rinder.Weil sie sich aber weiter wagten, als ihr Auftrag lautete, sahen siesich, da der Feind den Einbruch erfahren hatte, auf dem Rückwegevon einigen Dragonern verfolgt, und verloren wegen ihres Mangelsan Schießwaffen zwölf ältere Leute aus ihrer Mitte welche nicht schnellgenug zu folgen im Stande waren.

Zwei Tage vorher hatte ein ähnlicher Beutezug stattgefunden, beiwelchem die Zernezer über Juf Plan in das St. Jacobsthal (hier be-

6 Vsllis so ViFiig im Original. Nach Bulxius ^uina. Auf derDufour'schen Karte Vul lVvignu. Der Paß, welcher aus dem Scarltbaldahin führt, führt den Namen la Lrusclietts und liegt an der Grenzedes Tirols.

7 I-ausensium, wohl Laas, doch fügt Sprecher in Parenthese Latschhinzu. Bulpius hat ll-us.