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Gegenseitige Plünderungszügc
1622. des Orts, genannt im Brandt, in die Seewiser Alpe» um Schafe zu7 . Aug. rauben, doch wurden Lcztere durch das Knallen der Flintenschüsse soauseinandergeschreckt, daß die Oesterreichs sich daran genügen lassenmußten, einen einzigen Prättigaucr, den Küster zu SeewiS, der dieWache halten sollte, gefangen nach Pludenz zu führen. Beschäftigtmit dem Einsammeln von Heu und Korn waren die Prättigaucr inder Ausstellung von Wachen überhaupt nachlässiger geworden,ii. Aug. Donnerstags den 11. August brachen eine Anzahl Salzburger undösterreichische Unterthanen der Umgegend, in die Alp Jeeß ein, ober-halb Nofels, wo Maienfelder, Rofelser und Valzeiner ihr Vieh hatten,schlugen die wenigen und dazu noch mit Heuen beschäftigten Hirtenin die Flucht und führte» ziemlich viel Vieh mit sich hinweg. Um denRaub zu räche», gingen die Bünduer über den St. Luziensteig undnahmen dort vierzig Stücke Rindvieb und fünf Pferde von der Weide,ir.siug. Am folgenden Freitag, den 12. August, raubten die Oesterreicher ausder Kübliser Alp Carneira achtzig Kühe und zwanzig Zeitkühe undführten auch die Hirten, vier bejahrte Männer, gefangen nach Plu-denz; den Christian Brem aber, der sich zur Wehre sezte, erschlugensie. Alle diese Plünderungen nahm aber das Volk nicht allzusehr zuHerzen und fuhr ruhig mit seiner Heucrndte und dem Einsammeln desRoggens und der Gerste fort. Nur die Castelser besezten Sonntags,14 . N»g. den 14. August, den Paß auf dem Berge Gabia und noch andereOrte mit einiger Mannschaft. Nachläßiger waren bei Ausstellung vonWachen die Schierser. In Folge dessen brachen die Oesterreicher,i6. Aug. Dienstags, den 16. August, über den Sporenberg in das Prättiganein und führten aus der Schierser Alp Truseu hundertundsünfzig Zeit-kühe und fünfhundert Schafe weg. Was sie an Butter und Käse nichtwegzuschleppen vermochten, warfen sie auf den Dünger. Am näm-lichen Tage griffen sie vom Gabiaberg " her auch die Castelser an,wurden aber kräftig zurückgeschlagen. Tags darauf, am Mittwoch,unternahmen einige Seewiser einen ähnlichen Streifzug und raubtenaus einer österreichischen Alp siebzehn Zeitkühe und vierzig Schafe.
Wahrscheinlich zu bintcrst im Schlavinerrhal, wo der Paß in dasMuntafun den Namen Garneirajoch trägt. Auch beginnt jenseits dasMuntafunerische Ganneraihal.
" Ich vermuthe darunter das sog. St. Nntonierjoch, an der Grenzeunweit Gargellen im Muntafun, ein bündnerischcr Weiler in der Näheheißt Gafia. Dufvur's Karte.