Und sichert sich die Communication mit Nauders. 407
kommen. Unter Anstrengung aller Kräfte suchten sie am folgenden 1622.Tage, es war ein Montag, denselben von Neuem zu legen, wurdenaber von einigen Engadinern, bei welchen sich Anton Violand befand,
(er war eben erst aus der Pfalz angelangt), abermals zurückgetrieben.
In der Nahe des Schlosses Tarasp erschien auch Henli mit vier Com-pagnien. Mittwochs, den 31. August endlich, ließ der Graf Sulz si.siugdurch sechshundert Musketiere die Brücke wiederherstellen, und hiedurchwurde es ihm möglich von Nauders her Proviant und Munitions-zufuhren zu erhalten. Es waren zwar die Engadiner und dreißig Eid-genossen, zur Bewachung des Uebergangs bestellt, doch mußten die-selben, sobald sie die Ankunft der Feinde zu Schleins erfuhren, sichzurückziehen, um nicht abgeschnitten zu werden.
Am nämlichen Mittwoch zerstörten die Bündner den Wall auf demKirchhofe zu Schuls, damit er dem Feinde nicht zu Nuzen komme.Dienstags vorher hatte Baldiron einen Schleiuser Bauer mit Frau undKindern gefangen genommen, und nach empfangenem Schwüre sowieunter Zurückbehaltung der Familie als Pfand seiner Treue, denselbenzur Auskundschaftuug des büudnerischen Lagers abgesandt. Derselbezeigte den Bündner» an, Baldiron hätte Martin Camenisch und einigeEngadiner Baudirte bei sich; das Kciegsvolk, das er zu Schleins ge-sehen, überschreite nicht fünfzehnhundert Mann. Auf dieses hin schickteder General am 31. August, Mittwochs, den Oberst Georg Janus zi. su,g.Poeblizi und Hauptmann Stephan Thhs mit achthundert Auserlesenennach Schuls, wo dieselben noch vierhundert Andere aus dem GlarnerRegiment oder der Steiner'schen Compagnie unter Steiner und Martinan sich zogen und geraden Weges auf Remüs marschirten, an derBrücke ^ daselbst vierzig Mann unter dem Befehl Oswald Munzin-gers, eines Baslers aus Wertmüllers Compagnie postirtcn und dannbei Manas den Berg Hinanstiegen. Aber der Feind verließ um Mit-tag, dreißig Compagnien stark, das Dorf Schleins und rückte um zweiUhr auf der Landstraße ^ gegen Remüs vor. Unsere Engadiner Kund-schafter waren so nachläßig und in mancherlei Gesprächen vertieft, daß
" Die sog. punt poiclrn (Steinbrückc) über den Wraunkabach, diedamals wohl noch von Holz sein mochte, da sonst von einem Abbrechenderselben nicht so leicht die Rede gewesen wäre.
is Es führt dieselbe längs des Jnns in der Thalsohle in direkterRichtung nach NcmüS und läßt ManaS weit oben am Berge zur Rechtenliegen.