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Des Ritters Fort. Sprecher v. Bernegg J.U.D. Geschichte der Kriege und Unruhen, von welchen die drei Bünde in Hohenrätien während der letzten Jahre heimgesucht wurden / [Fortunat von Sprecher von Bernegg] ; nach dem Lateinischen bearbeitet, durch Anmerkungen erläutert und unter den Auspizien der bündnerischen geschichtforschenden Gesellschaft herausgegeben von Conradin v. Mohr
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Die Feinde verheeren die Thaischaft.

1623. das Hauptcorps schon das Angesicht des Feindes sah, bevor es nochseine Ankunft erfahren hatte. Peblizius befahl zwar, daß man Rotte»sowohl als Glieder einhaltend über die Berge nach Ardez zurückkehrensollte, aber verschiedene Eugadincr, denen sich auch viele gemeine Sol-daten anschlössen, eilten auf Sins zu, um etwelchen Hausrath zurette». Die Feinde besezten die Brücke zu Remüs (vor lauter Eil-fertigkeit der vierzig Mann blieb sie »»abgebrochen, sonst hätten dieOcsterceicher hier noch lange aufgehalten werden können), tödeten dreiMann und nahmen die klebrigen gefangen, unter ihnen auch den ge- .dachten Oswald, der dem Feinde jegliche Auskunft zu geben im Stande ^war. Hierauf verfolgten sie die Unsern über die Hohen, tödeten fünf !Mann und machten verschiedene Gefangene. Sie drangen auch in dasDorf Sins, doch hatten sich einige Bündner gesammelt und jagtenden Feind, der meist aus Dragonern bestand, wieder aus demselbenhinaus. Als inzwischen aber Verstärkung anlangte, brachen sie gewalt-sam wieder in die Ortschaft und tödeten Verschiedene, selbst Krankeund ein schwangeres Weib nicht ausgenommen. Poeblizi kehrte miti.Scpt. den Seinigen Donnerstags den 1. September in's Lager zurück.Dem Feinde war in Folge des Berichtes der Gefangene» der Muthgewachsen; denn es hatten diese erzählt, daß die Bündner, wie esauch wirklich der Fall war, nur fünfzehn Compagnie» stark wäre»,welche aus kaum zweitausend Mann und fünfzig Dragonern bestünden.Von waffenfähigen Engadtnern waren nur dreihundert beisammen,und diese meistentheils nur mit Prügeln bewaffnet. Als Henli Sinsdurch die Oesterreichs!.- besezt sah, griff er SchulS mit Falkonetschüssenan, in Folge dessen es ebenfalls im Stiche gelassen und dann von ihmbesezt wurde. Der Graf Sulz übernachtete mit dem übrigen Heere zuSins. Am nämlichen Donnerstage äscherte der Feind die DörferSins und Schuls, von welchen ersteres zweihundertfünfzig, lezteresdreihundert Häuser zählt, sowie die sechs zu Vettan vom Brande übriggebliebenen Gebäude gänzlich ein. Pater Alerius meldet in seinemBericht, der Graf Alvic und die übrigen Kriegsführer hätten denBrand verhindern wollen, die Soldaten aber zu gehorchen sich ge-weigert, mit der Bemerkung, der Erzherzog Leopold hätte jedem von >ihnen ein Haus im Engadin geschenkt, sowie alle übrige Beute über-lassen; da sie aber nicht nach der Schnecken Weise dasselbe mit sichherum zu tragen vermöchten, wollten sie es lieber verbrennen. Gegen !Abend rückte das feindliche Heer in die Felder außerhalb Valtasna.