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Verhandlungen zu Innsbruck wegen
i«29. Burglehner, Ferdinand Fueger, Maximilian Mohr und der SecretärHambrecht.
Am folgenden Freitage fand die erste Zusammenkunft statt, wobeivor Allem aus festgesezt wurde, daß wenn man auch in dem einenoder dem andern Artikel sich zu vereinigen vermöchte, alles Verhandeltedennoch als nicht gesagt und geschehen zu betrachten sei und keineParthei Präjudiziren dürfe, sobald man nicht in allen Punkten einiggehe. Lintner äußerte, die Erbeinigung sei zwar in durchaus aufrich-tigem Sinne geschlossen worden, bedürfe aber heutigen Tages immer-hin einiger Erläuterungen. Er erwähnte hierauf mehrerer Fälle, wosie verlezt wurde, (wie er beifügte, durch Leute, denen solches ganzund gar nicht anstund, womit er auf die Unterengadiner und Prätti-gauer zielte) und noch anderer Umstände, welche die Sache zur Waffen-entscheidung geführt hätten. Hierauf sei in Gegenwart der eidgenös-sischen Gesandten der Lindauer Tractat zu Stande gekommen. Dabeiklagte er über die französischen Waffen, die im Jahre 1624 in dieBünde zu kommen und Alles umzustürzen gesucht hätten. Sodannwurden die bündnerischen Gesandten angefragt, über welche Punktedes Lindauer Vertrags sie Beschwerde zu führen gedächten. Die Ant-wort lautete, über alle insgesammt, mit einziger Ausnahme desjenigen,welcher die slte Erbeinigung enthalte, und so wurde der Freitag(Sonnabends zog man die Gesandten bei Hofe zur Tafel) Montagund Dienstag zu Besprechungen verwendet, wobei man auf die Ein-zelnheiten des Lindauer Tractats eintrat.
An diesem erwähnten Montage, den 9. Januar, theilten die öster-reichischen Commissarien mit, es hätte der Erzherzog ein Schreibenvon dem Bischof zu Cur erhalten, in welchem derselbe, als Mitcon-trahent der alten Erbeinigung, darum bitte, daß nichts zu seinemNachtheil verfügt würde. Das nämliche Gesuch stellte später auch derPater Jgnaz. Die Commissarien fügten hinzu, daß das Haus Oester-reich im Besize der Schuzgerechtigkeit über das Bisthum Cur sei.Darauf erwiederten unsere Gesandten, sowohl Bischof als Capitelhätten von dieser Gesandtschaft Kenntniß gehabt und nichts dagegeneingewandt, daß man sie in die Erbeinigung mit aufnehme, sofernnämlich ihrer wie im alten Instrumente und in keiner andern WeiseErwähnung geschehe.
Es trat auch Rudolf Plauta nunmehr auf und verlangte von denBündncrn eine Entschädigung für erlittene Berlurste; doch entgegneten