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Des Ritters Fort. Sprecher v. Bernegg J.U.D. Geschichte der Kriege und Unruhen, von welchen die drei Bünde in Hohenrätien während der letzten Jahre heimgesucht wurden / [Fortunat von Sprecher von Bernegg] ; nach dem Lateinischen bearbeitet, durch Anmerkungen erläutert und unter den Auspizien der bündnerischen geschichtforschenden Gesellschaft herausgegeben von Conradin v. Mohr
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Beitag zu Cur.

aus den acht Gerichte» oder dem Untereiigadi» in Streit geriethe, eran österreichische Amtleute appellire» dürfe, doch wurde dieses vonden Gesandten verweigert.

Inzwischen kam der Kapuziner Pater Jgnaz nach Innsbruck undführte Klage darüber, daß man ihn und seine Gefährten während derMesse zu Schleins verspottet und mit Schnee beworfen hätte unddaß von den Schulscrn zwei Katholiken, weil sie am Weihnachstagewährend der Predigt der Evangelischen gearbeitet, gestraft wordenwären. Doch handelte es sich nur um eine leichte Buße von dreiGulden, welche übrigens nach dem eigenen Geständniß der Kapuzinerwieder erstattet worden war.

Montags den 15. des nämlichen Monats führte Lintner schriftlichVielerlei weitläufig aus und behauptete die Oberherrschaft im unternEngadin und den acht Gerichten komme dem Erzherzoge zu, der durch-aus keine evangelischen Prediger, die Anstifter jeglichen Aufruhrs, wieer sie nannte, daselbst dulden könne. Die Gesandten erwiederten, inSachen der Religion sowie in Staatsangelegenheiten sei die Verwal-tung stets frei und uneingeschränkt gewesen und sie hätten auch keineVollmacht hievon abzugehen. Als dann Juvalt Sonnabends den 20.dem Kanzler die Bemerkung machte, Laß hievon im lezten September ^gar keine Erwähnung gemacht wurde, suchte Lintner sich damit zu ent-schuldigen, daß er damals zu Wien und abwesend gewesen sei. Dochhatte er gewiß schon zu Wie» die Absicht der Kaiserlichen erfahren, inItalien Krieg zu führen.

Als sich die Gesandten Montags den 22. Januar vom Erzherzogebeurlaubten, bemerkte dieser, es würden Viele darüber staunen, wiesehr er durch so mancherlei Zugeständnisse in dieser Verkandlungseinem Ansehen vergeben hätte; doch sei dieses nur deßhalb geschehen,um seine friedliebende Gesinnung an den Tag zu legen. Es nehmeihn jedoch mit Recht Wunder, daß die Gesandten nicht auch über kirch-liche Angelegenheiten zu unterhandeln bevollmächtigt gewesen seien.

Leztlich wurde der Tag, an welchem wir wieder in Innsbruck zuerscheinen und Antwort zu geben hatten, auf den 16. März festgesezt.

Am 6. Februar fand der Beitag statt, um den Bericht der Ge-sandten, welche nach Innsbruck abgeordnet gewesen, anzuhören; leztererwurde darauf kurz zusammengefaßt und gleichzeitig mit der Dednction

5 Bei der frübcru Gesaudrschafl nämlich.