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Des Ritters Fort. Sprecher v. Bernegg J.U.D. Geschichte der Kriege und Unruhen, von welchen die drei Bünde in Hohenrätien während der letzten Jahre heimgesucht wurden / [Fortunat von Sprecher von Bernegg] ; nach dem Lateinischen bearbeitet, durch Anmerkungen erläutert und unter den Auspizien der bündnerischen geschichtforschenden Gesellschaft herausgegeben von Conradin v. Mohr
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Prätensionen des Bisthums Cur.

der Rechte des Zehngcrichtenbundes, einer Protestation des franzö- ts2S.fischen Gesandten gegen die Verhandlungen zu Innsbruck, sowie einerPetition und Verwahrung des Bischofs von Cur, auf die Gemeindenausgeschrieben.

Eingangs Februar kam das Regiment des Grafen Alvic v. Sulzaus dem Elsaß ^ nach Lindau und in die benachbarten Orte des Allgau.

Es zählte ungefähr achthundert Mann.

Als bevollmächtigter Schiedsrichter zwischen Cläven und denäußeren Gemeinden sprach Graf Johann Serbelloni in dreißig Ar-tikeln über alle Anstünde ab und entschied unter Anderm auch, daßdie freie Wahl des Commissarius sechszehn Geschwornen, acht aus derStadt und deren Nachbarschaften und ebensoviel aus den Gemeinden,zustehen sollte. Die Zahl der Appellationsrichter hätte ebenfalls sechs-zehn zu betragen. Dem Commissarius oder dessen Statthalter liegedie Pflicht ob, jede Woche einmal in einer der Gemeinden Recht zusprechen.

Die Veltliner und Wormser lebten ebenfalls nicht im besten Ver-nehme» mit einander. Jene hatten Leztere mit 30"/g Abzugsgeld be-lastet und diese ermangelten nicht, dafür Gegenrecht zu üben.

Sonnabends den 3. März versammelte sich der Rath ^ von Neuemzu Cur und in der ersten Sizung schon legte der französische Gesandtegegen die Jnnsbrucker Verhandlungen von Neuem Protest ein undbegehrte noch überdieß, daß Alles verschoben würde, bis er aus Frank-reich neue Instruktionen erhalten hätte.

Am nämlichen Tage erschienen Bischof und Capitel vor dem bünd°nerischen Rathe, ließen sich über die von ihnen angesprochenen Recht-same weitläufig aus und stellten das Verlangen, Laß man mit ihnendarüber tractire, ansonst sie gegen die Gültigkeit alles zu InnsbruckGeschehenen protestiren würden. Tags darauf, am 4. März, gabensie ihre Prätensionen schriftlich ein. Von Seite des Bischofs warenes achtundzwanzig, vom Capitel aber dreizehn, darunter Viele, woraufsie niemals ein Recht gehabt hatten, andere wieder, welche von ihnenverkauft und veräußert worden waren und welche jezt abermals anzu-sprechen sie nicht im Geringsten errvtheten.

6 Im Original tlMs»»». Lebmann überftzt Holstein.

? Sennius im Orig. Ohne Zweifel der neu errichlete Slaaisralb.