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Des Ritters Fort. Sprecher v. Bernegg J.U.D. Geschichte der Kriege und Unruhen, von welchen die drei Bünde in Hohenrätien während der letzten Jahre heimgesucht wurden / [Fortunat von Sprecher von Bernegg] ; nach dem Lateinischen bearbeitet, durch Anmerkungen erläutert und unter den Auspizien der bündnerischen geschichtforschenden Gesellschaft herausgegeben von Conradin v. Mohr
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Seite
60
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Beitag zu Maienseld.

1681. Sonntags den 12. October kam Kallas mit Colloredo ebenfallsdurch die Bünde nach Cur und übernachtete zu Maienfeld. Es hatteder Herzog von Feria gewünscht, daß derselbe einige Tage sich zu Curaufhielte, um den Planen und Absichten des französischen Gesandtenentgegen zu arbeiten, aber der Kaiser hielt nach der Schlacht bei Leip-zig seine Anwesenheit beim Heere für unerläßlich.

Bei seiner Anwesenheit zu Maienfeld übergab Kallas Montagsden 13. October, den daselbst versammelten Häuptern und bündne-rischen Boten ein kaiserliches Schreiben, welches von Wien den 2.Juli aus an die Bündner gerichtet war und dessen Inhalt folgender-maßen lautete.

Da durch Gottes Hülfe die kriegerischen Wirren in Italien derRuhe Plaz gemacht hätten, so hoffe der Kaiser, daß es eines Heeresdaselbst nicht weiter bedürfe, weßhalb Er, eingedenk des den Büudnerngeleisteten Versprechens, ihnen ihre Pässe, deren Er bisher bedurfte,wieder zurückerstatten wolle. Er verspreche sich, hieß es weiter, vonden Bündnern jede Aufrichtigkeit und werde ihre Treue und Ausdauermit seiner kaiserlichen Huld zu belohnen wissen. Auch erwarte Er vonihnen, daß für den heute oder Morgen möglichen Fall, wo Er siewieder um die Bewilligung des Durchpasses ansprechen müßte, der-selbe ihm mit der nämlichen bereits bewiesenen Treue und Dienst-willigkeit geöffnet sein würde. Die nämliche Treue gedenke auch Erihnen gegenüber gewissenhaft an den Tag zu legen. Im klebrigen be-ziehe Er sich auf die mündlichen Mittheilungen des Obersten Kallas,welchen man vollkommenes Vertrauen schenken möge.

Kallas selbst wies mit wenigen Worten auf des Kaisers gnädigsteGesinnungen gegen die Bündner hin, gab auch Hoffnung zu einigerVergutung des verursachten Schadens, doch möchten sie sich allerpolitische» Neuerungen enthalten und zu keinem neuen Wirren Anlaßgeben.

Der bündnerische Beitag sprach Kallas seine» gebührenden Dankaus und empfahl ihm dringend die bündnerische» Angelegenheiten.Man werde durchaus nichts unternehmen, was mit der alten Erb-einigung im Widersprüche stehe, sondern aus allen Kräften für dieSicherheit und Erhaltung des Vaterlandes besorgt sein.

Das kaiserliche Schreiben wurde übrigens unterm 14. October ineinem besondern Briefe beantwortet. Man hätte jenes empfangen undKallas angehört, auch mit Vergnügen von der Wiederherstellung des