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Des Ritters Fort. Sprecher v. Bernegg J.U.D. Geschichte der Kriege und Unruhen, von welchen die drei Bünde in Hohenrätien während der letzten Jahre heimgesucht wurden / [Fortunat von Sprecher von Bernegg] ; nach dem Lateinischen bearbeitet, durch Anmerkungen erläutert und unter den Auspizien der bündnerischen geschichtforschenden Gesellschaft herausgegeben von Conradin v. Mohr
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schreiben des Kaisers a» die Bünde. 65

nerische Rath dem Herzog von Feria die Erwiederung zukommen ließen,es sei der von drin Commandanten der Beste Fuentes schriftlich ge-machte Vertrag auf alle düudnerischeu Gemeinden gebracht wordenund es gehe deren Antwort dahin, daß die kriegerischen Zulüftungenin den Bünden keinen andern Zweck als die Sicherstellung und Erhal-tung der Pässe und des Landes hätten. Zu diesem Schritte habeman nur gezwungener Weise sich verstanden, durch die Vorfälle derlezten Jahre, wo man unsäglichen Schaden erlitt, endlich klug ge-worden. Man glaube, Laß die Vertheidigung des eigenen LandesJedermann erlaubt sei und gedenke dadurch auch keineswegs das Gebietirgend eines anderen Fürsten zu verlezen oder anzugreifen. Man bitteden Herzog von Feria sich überzeugt zu halten, daß es der Wunsch derBündner sei, mit den Ländern Ihrer katholischen Majestät gute Nach-barschaft zu pflegen und auch auf seine, des Herzogs eigene, Personalle schuldige Rücksicht zu nehmen, — in der Hoffnung, das nämlicheaufrichtige Entgegenkommen von seiner Seite zu finde».

Namens der Wormser präsentirte dann Doctor Zuccola den dor-tigen Podest« zur Bestätigung in seinem Amte und erhielt die näm-liche Antwort, welche man schon früher den Veltlinern ertheilt hatte.

Unterm 21. October hatte der römische Kaiser ein Schreiben andie Bündner erlassen, in welchem er ihnen dasjenige in das Gedächtnißzurückrief, was vor Abschluß des italienischen Friedens unterhandeltworden sei, daß nämlich nach beendigtem Kriege Alles in den früherenStand restituirt werden und jede damit im Widersprüche stehendeHandlung unterbleiben müsse. Nun aber höre er, daß sich der fran-zösische Gesandte bei den Bündner» aufhalte und sich dahin bemühe,das kaiserliche Ansehen zu untergraben und durch trügliche Vorspiege-lungen dieselben zu überreden, den Paß auf dem St. Luziensteig derKrone Frankreichs stets offen zu halten und damit dieselbe von dortaus nach Belieben das römische Reich überfallen könne, ihn zu großemNachtheile des Kaisers, des römischen Reiches, sowie des ganzen HausesOesterreich mit feindlichem Kricgsvolk zu besezen. Der Kaiser glaubenun zwar nicht, daß die Bündner im Widersprüche mit dem neuenFriedenstractat im Allgemeinen und den Particularverhandlungen imBesondern, Veränderungen zu treffen gedächten, wolle jedoch hierbemerken, daß Er keineswegs auf Begehren und zu Gunsten desKönigs von Frankreich den Paß freigegeben habe, sondern einzig deß-halb, weil er solches bereits vorher den Bündnern versprochen hatte.

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