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Antwort der Bünde an den Kaiser.
u^> Es möchten dieselben wohl in Erwägung ziehen, daß wenn sie jezt oderin Zukunft etwas gegen die vom Kaiser ausgestellten Reversalbriefeunternähmen, sie sich dadurch von dem römischen Reiche gänzlich los-sagten, von welchem sie Schuz und Vortheile hoffen könnten und kürz-lich erst auch die Bestätigung ihrer Privilegien erhalten hätten. Erersuche Sie nochmals Alles zu erwägen. Obschon Er von diesenMachinationen bei Zeiten schon Kenntniß gehabt hätte, habe er den-noch sein kaiserliches Wort lösen wollen. Sie möchten sich vor neuenBündnissen hüten und in der schuldigen Rücksicht gegen das römischeReich und das Haus Oesterreich der Sitte ihrer Vorfahren treu blei-ben, welche im Besiz der erhaltenen kaiserlichen Privilegien und deralten Erbeinigung sich zufrieden und wohl befanden.
Leztlich ermähnte er sie, sich von Niemanden, wer es auch wäre,durch Ueberredungen und Geschenke dazu bringen zu lassen, politischeVeränderungen zu treffen, sondern getreu ihrem, dem Kaiser geleiste-ten, Versprechen, gegen das Reich und das Haus Oesterreich freund-schaftlich gesinnt blieben, wofür sie anderseits versichert sein dürften,daß sowohl der Kaiser selbst als das Haus Oesterreich, ihnen in Allem,was die Erhaltung ihrer Privilegien und ihres Wohlbefindens be-treffe, nach Kräften behülflich sein würden.
Auf dieses kaiserliche Schreiben antworteten dann die Bündnerunterm 16. November von Maienfeld aus und kamen zuerst auf denihnen gemachten Vorwurf zu sprechen, als hätten sie die Zusagegeleistet, die Pässe und Alpenübergänge in demjenigen Stande zubelassen, in dem sie sich bei ihrer Besezung durch kaiserliches Volk be-fanden, sowie daß sie von den Franzosen zu neuen Unternehmungenverlockt würden. Sie antworteten hierauf, wenn sie auch zur Sicher-stellung und Erhaltung ihrer Pässe dieselben auf gewisse Weise zubefestigen gedächten, so müsse ihnen, als einem, Gottlob, freien Ge-meinwesen, solches um so mehr unbenommen bleiben, als sehr gewich-tige Ursachen sie dazu bestimmten, namentlich diejenige, später nichtzum zweiten Male mittelst Besezung der Pässe durch Fremde geschädigetzu werden. Zudem würde auch von benachbarten Fürsten Kriegsvolkangeworben und sie hörten täglich von Drohungen, welche man gegendie Bünde ausstieße. Auch wüßten sie nicht, wann sie sich je vertrags-mäßig dazu verpflichtet hätten, auf die Sicherheit und Erhaltungihres Landes nicht Bedacht nehmen zu wollen.