Ermordung des Obersten Ioh. Sprecher.
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Es brauche im Uebrigeu, hieß es in der Antwort weiter, Ihre Majestät t «>:tdarüber keinen kaiserliche Zweifel zu hegen, daß wir die schuldige Rücksichtgegen das römische Reich, den Kaiser selbst oder die Erbeinigung waltenlassen würden, auch gedächten wir keinen Fürsten anzugreifen oder ihmGrund zum Kriege zu geben, sondern lediglich das Unsrige zu verthei-digen. Man habe mit dem Könige von Frankreich nichts pactuirt, wasmit den Verbindlichkeiten, die in der Erbeinignng übernommen wurden,im Widersprüche stehe und wenn auch Ihre allerchristlichste Majestät inFolge des Bündnisses Geldbeiträge leiste, so sei deßwegen noch keineswegsdie Disposition über die bündnerischcn Pässe irgend Jemanden ertheilt,sondern es würde mit Gottes Hülfe die vollkommene Freiheit überdieselben bei den Bündnern verbleiben, so daß dieselben vorkommendenFalls im Stande sein würden, sowohl Ihrer kaiserlichen Majestät alsdessen verbündeten Mächten hierin zu Willen zu sein. Doch würde»wir niemals wieder gutwillig uns von Jemand so schwer und unersez-lich in Schaden bringen lassen, — bäten jezt von Neuem um Ent-schädigung und Vergutung für das Frühere und hofften, daß Ihrekaiserliche Majestät, derer Gnade wir uns angelegentlichst empföhlen,dieses Gesuch nicht unbillig finden würde.
Als Mittwochs den 12. November, Abends neun Uhr und dreiStunden nach Einbruch der Nacht, mein Bruder, der Oberst JohannesSprecher, damals Haupt des Zehngerichtenbundes, in seinem gewöhn-lichen Absteigquartiere zu Maienfeld, im Bette lag, (er hatte auchwährend der lezten Nacht darin geschlafen, heute aber, damit Andereebenfalls Unterkunft fänden, dasselbe zur Hälfte dem Hauptmaun Ioh.Zeuch eingeräumt, — auch standen noch drei weitere Betten im näm-lichen Gemache), — stürzte N. de Sales, der sich Baron de Rostenannte, mit drei Andern, welche an demselben Abend aus Frankreichangelangt waren, in das Zimmer und überhäufte ihn, die Waffen inder Hand, mit den heftigsten Schmähungen. Im Begriffe aus demBette zu springen, um nach seinem Schwerte zu greifen, erhielt meinBruder, noch an der Bettlade stehend, in die linke Seite einenStich, der ihn jedoch nicht hinderte, obschon schwer verlezt, mitHauptmann Zeuch, der eine Wunde unter der rechten Brust erhaltenhatte, die Meuchelmörder aus dem Gemache zu werfen, — doch wurdeer Hiebei neuerdings und zwar am linken Arm und rechten Schienbeingetroffen. In Folge dieses Ueberfalles entschlief mein Bruder amfolgenden Donnerstage, Nachmittags drei Uhr, unter heißer Anrufung