70 Correspondenz Lande's mit den Veltliner».
1631 . Dienstags den l6. December theilte Lande ein königliches Schrei-ben, in welchem er znm ordentlichen Gesandte» in den Bünden undMarechal de Camp ernannt wurde, dem bündnerischen Staatsrathe mit.
Lande hatte durch Unterhändler lange mit den Veltlinern tractirt,daß sie unter erträglichen Bedingungen und ohne Dazwischenkunftirgend eines andern Fürsten den Bündncrn, ihren Herren, sich wiederunterwerfen mochten. Darauf hatten die Veltliner am 12. des ver-flossene» October den Doctor Jur. Giacomo Venosta an Lande nachMaienfeld abgeordnet, um ihn zu begrüßen und ihm ihre Sache zuempfehlen. Lande gab dem Abgesandten ein Schreiben vom 14. Oc-toder an Nie. Paraviciui, Kanzler der Thalschaft mit, in welchem ersich auf den mündlichen Bericht Venosta's bezog.
Diesen Brief beantwortete der Kanzler erst am 28. November,weil die Veltliner den gedachten Venosta inzwischen nach Mailand anden Herzog von Feria mit der Bitte um Hülfe und Rath gesandthatten. Derselbe versprach auch alle mögliche Unterstüzung und legtefünf spanische Compagnien, sowie zwei deutsche von dem RegimentSalm, in die drei Pleven am Comersee, wie denn auch der ErzherzogLeopold, der für den Fall, wo die Bündner etwas versuchen sollten,dem Gerüchte nach mit den Spaniern einen gemeinschaftlichen Planverfolgte, die Grenze gegen das Münsterthal zu Täufers, sowie auchLandeck und Nauders besezte, was bereits oben bemerkt wurde.
Der Kanzler ließ sich übrigens dabin vernehmen, er habe vonVenosta erfahren, daß Lande den Rath gebe, mit den Bündnern ohneDazwischenkunft der beiden Kronen sich zu verständigen. Dieß mögeallerdings das Mittel sein, allem Ungemach für immer abzuhelfen, aberder fünfte und sechste Artikel des Vertrags zu Mousonio schreibe esausdrücklich vor, daß an Lezterem weder der Form noch dem Inhaltenach etwas geändert werden dürfe und daß es keinem Fürsten gestattetsei, demselben zuwiderzuhandeln. Demnach könne ohne Uebereinstim-mung der beiden Kronen gar nichts geschehen.
Dieß war jedoch reine Sophistik der Veltliner, denn wer konntees den beiden Partheien verbieten, sich gegenseitig zu vergleichen!
Der Nämliche beantwortete später ein anderes Schreiben, welchesLande unterm S. November und zwar mit dem Begehren, es in denGemeinden öffentlich zu verlesen, an die Veltliner gerichtet hatte.Lande verlangte abermals zu wissen, ob die spanischen Truppen mitihrer Einwilligung an die Gränze gekommen seien. Wäre dieses so,