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Des Ritters Fort. Sprecher v. Bernegg J.U.D. Geschichte der Kriege und Unruhen, von welchen die drei Bünde in Hohenrätien während der letzten Jahre heimgesucht wurden / [Fortunat von Sprecher von Bernegg] ; nach dem Lateinischen bearbeitet, durch Anmerkungen erläutert und unter den Auspizien der bündnerischen geschichtforschenden Gesellschaft herausgegeben von Conradin v. Mohr
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86
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Gcftich der Unterengadiner um evangel. Prediger.

> 632 . Die Lote» reiste» demnach ab, worauf später, am 25. October,in Gegenwart des Herzogs von Rohan mit den Kapuzinern (in ihremName» erschienen die?k. Bonaventura von Caspano und Christophvon Como, in Begleitung des Dompropsts Joh. Flugi von Cur) eineVereinbarung stattfand, (immerhin ohne Präjudiz der Rechte der Ge-meinden des Unterengadins, welche weder an Zeit noch Ort sich bindenwollten und lediglich in Ansehung der Einkünfte des laufenden Jahreszustimmten) gemäß welcher die neue Kirche zu Zernez, die Pfarrkirchenzu Süs, Ardez, Sins, Remüs und Schleins von ihnen in Besiz ge-nommen werden durften. Dagegen sollte die alte Kirche des heil.Maurizius zur Zernez den Evangelischen überlasse», Altar, Thüren undFenster wieder hergestellt werden; das Nämliche sollte zu Schleinsmit der St. Leonhardskirche der Fall sein, wo ihnen auch ein Theilder Einkünfte zu gehören hatte, und das Holz von den Katholiken zuliefern war.

Im folgenden Jahre, Anfangs des Monats Juli, verlangten danndie Engadiner, daß die Kapuziner zu Schuls und an andern Orte»unterhalb Valtasna die Kirchen verließen und beriefen sich Hiebeidarauf, daß der Vertrag nur für das leztverflossene Jahr Geltunggehabt habe. Jene aber beklagten sich hierüber bei dem GesandtenLande und dem bündnerischen Rathe, worauf die Engadiner mit Geld-strafen bedroht und gezwungen wurden die Kirchen wie früher wiederzu räumen und sich an das Einverständniß zu halten.

Am 3. Juli sandte man den Major Rudolf Travers mit zwölffranzösischen Carabinieren in das Münsterthal, um, da weder bei demHerzog von Rohan noch bei den Bündncrn um den Durchpaß ange-fragt worden war, die Kriegsmunition mit Beschlag zu belegen, welchedem Gerüchte »ach aus dem Herzogthnm Mailand über bündnerischesGebiet in die Grafschaft Tirol geführt werden sollte. Als die Oester-reicher und Veltliner von dieser Absicht Kenntniß erhielien, führten sieungefähr hundert Saum " davon, welche bereits zu Worms ange-langt waren, unter unsäglicher Mühe und Arbeit der Bauern und derbewaffneten Begleitung vom Umbrail auf unwegsamen Pfade» in dasStilfserthal hinüber.

Der Erzherzog Leopold erließ über diese Sache am 11. Juli einSchreiben an den Herzog von Rohan, des Inhalts, es sei ihm bekannt

>2 im Original.