Tod Sebastian'« v. Eastelberg, Abt's zu Disentis. 99
RäzünS, zu Fliuis unL Trins angewiesen, — die Hauptsache aber, >63«obschon man wegen des bevorstehenden Durchpasses der spanischenTruppen zur Hut der Bünde Truppen nöthig hatte, ließ man wiedereinschlafen.
Inzwischen war am 3. Juni im Kloster Rheinau in der Eidgenossen-schaft, Sebastian v. Castelberg, Abt zu Disentis, gestorben. Bor seinemHinschiede noch war Augustin Stucki von Muri, der auch in der Folgedas Bürgerrecht zu Disentis erwarb, als bevollmächtigter Administratordurch den Papst bestellt worden. Ei» gelehrter in allen Wissenschaftendes Alterthums, zumal in der Geschichte und den Sprachen wohl er-fahrner Mann, wurde er nach Genehmigung des apostolischen Legate»bei den Eidgenossen, Ranuecio Seotto's, Bischofs zu Borgi, am 21.
Juli durch die Conventualen von Disentis zum dortigen Abte gewählt.
Am 9. August wurde diese Wahl durch den Abt zu Pfävers bekanntgemacht; am 18. Februar des nachfolgenden Jahres 1635 zu Rombestätigt und Sonntags den 15. April der neue Abt durch den Bischofvon Cur in der Katbedralkirche daselbst consecrirt. Die Disentiser,welche lange des Präsentations- oder Vorschlagsrechtes sich erfreuten,festen einige Artikel dem Abte vor, um ihren Befugnissen nichts zuvergeben, zumal der Gewählte ein Bündner sein sollte.
Um den augenfälligen Beweis zu leisten, wie sehr die Spanierüber das Veltlin ganz nach ihrem Gutdünken zu schalten vermochten,verordneten am 13. Mai der Präsident und die königlichen, mit derVerwaltung der ordentlichen Einkünfte im Herzogthum Mailand be-trauten Räthe, daß nach genommener Einsicht der Kapitulation durchden Generalvisitator und den Jmpressario Giov. Batt. Agudv und na-mentlich nach genauer Erwägung des dritten Artikels in Ansehung vonZolle und Durchpaßgebühren bei dem nothwendig gewordenen Durch-passe von zehntausend Mann Fußvolk und zweitausend Reitern durchdas Veltlin, Niemand unter Androhung des höchsten Unwillens IhrerHoheit des Cardinalinfanten und jeglicher Strafe von Seite desselben,des Statthalters und der Räthe sich herausnehmen sollte, die durch-ziehenden Truppen zu irgend einer Zahlung von Zöllen und Taxen,auch nicht unter dem Titel von Mahlgeld, eben so wenig für Mehlund Wein, Leren sie bedürftig wäre», auf ihrem ganzen Zuge durchdas Herzogthum Mailand und das ganze Veltlin hinauf bis zum Um-brach anzuhalten. Unterzeichnet von Giacomo Antonio Juliaboso undmit dem Sigel des Präsidenten versehen.