116
Grenzanstäude mit der Landvogtei Belle»;.
1635 . Commissarien der drei Orte Uri, Schwiz und Unterwalden, (ihnen ge-hörte die Grafschaft Bellenz) und bündnerischer Abgeordneter, welchervor einigen dreißig Jahre» wegen Grenzanständen erlassen wordenwar und unter Anderm die Bestimmung enthielt, daß zwischen Rialde Lumino (wo, der Behauptung der Bündner nach, die wahre Grenzesich befinden sollte) und Caratella (einem Orte in der Nähe vonMonticello) alles in statu quo belasse» werden sollte. Jezt aber wurdeder erwähnte Wachtposten jenseits Rial aufgestellt.
In Folge dessen schrieb man sowohl den Eidgenosse» der drei Orteals derem Landvogte zu Bellenz und mahnte sie von allen Aenderungendes Rechtszustandes ab. Auch erhielten sowohl der Herzog von Roha»selbst als der Gesandte Ihrer allerchristlichsten Majestät, Blaise Melian,zu Solothnrn, von der ganzen Angelegenheit Kenntniß, worauf baldnachher der Wachtposten die Weisung abzuziehen erhielt.
Sonntags den 29. April erließ der Herzog von Roha» eine Pro-klamation des Inhalts, daß sämmtliche Veltliner innert dreier Tage»ach deren Veröffentlichung mit all ihrer geflüchteten Fahrhabe in ihreWohnungen zurückzukehren, dort ruhig zu verbleiben und die Angabeüber sämmtliche Vorräthe an Wein und Getreide zu machen hätten,bei Strafe von Vermögensconsiscation zu Gunsten des Königs füralle diejenige», welche diesen. Befehle nicht nachkamen. Eingangs desMonats Mai wurden die Befestigungen an der Brücke zu Mantello,sowie mitten in der Ebene zwischen Rogole und Delebbio begonnen.An lezterem Orte wurde eine viereckige ^ Schanze aufgeführt. Auchdie kleine Höhe Sau Giuliano oberhalb Dubino, über welche die Ver-bindung mit der Grafschaft Cläve» unterhalten werden kann, wurdedurch eine weitläufige Schanze gesichert; ebenso auch das Schloß zuEläven mit neuen Werken versehen.
Am Donnerstage, den 14. Mai, erschien Namens und Auftrags desgesammten St. Jacobthales der Amman» Joh. Tinno vor dem bünd-nerischen Rathe zu Cur und entbot wie früher stets, den Bündnern,seinen Oberhcrrn, allen schuldigen Gehorsam, wie es getreuen Unter-thanen gezieme. Man empfing ihn wohlwollend und sagte der Thal-schaft die Bestätigung der frühern Privilegien zu.
Da ferner von Spaniern und Oesterreicheru täglich heftigereDrohungen gegen die Bünde laut wurden, schrieb der bündnerische
E 'lvtraZonon >IN Original.