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Des Ritters Fort. Sprecher v. Bernegg J.U.D. Geschichte der Kriege und Unruhen, von welchen die drei Bünde in Hohenrätien während der letzten Jahre heimgesucht wurden / [Fortunat von Sprecher von Bernegg] ; nach dem Lateinischen bearbeitet, durch Anmerkungen erläutert und unter den Auspizien der bündnerischen geschichtforschenden Gesellschaft herausgegeben von Conradin v. Mohr
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Rohan legt Schanzen im Engadin an. 119

das Münsterthal, die Herrn Spanier aber (wie er sich ausdrückte) 1635.nach Riva, in der Grafschaft Cläven, vordrängen. So würden die! die Franzosen gehindert, sich weiter festzusezen. Doch müsse vorher' über Alles die Entschließung Ihrer kaiserlichen. Majestät abgewartet> werden.

Als der bündnerische Rath von diesen und noch andern Plänen gegendie Bünde Nachricht erhielt, decretirte er am 24. Mai, daß jeder Bundzweitausend Mann bereit zu halten hätte, von welchen die des obernund Gottshausbundes in Las Engadin, die des Zehngerichtenbundesaber an den St. Luziensteig ziehen sollten. Inzwischen ging am 26.

Mai Henry Bullion aus dem Veltlin »ach Venedig, wo er sich mirgroßen Feldstücken und andern, nothwendigen Geräthe versah.

Wahrend dieses geschah, bemühte sich der Herzog von Rohan dasUnterengaLin, wo ein Einbruch der Kaiserlichen befürchtet wurde, durcheine größere Anzahl Kriegsmannschaft zu sichern; er berief deßhalbsowohl die Compagnie des Obersten'Jcnatsch als diejenige des Haupt-manns Jeuch von Worms herbei und es langten dieselben am 12. Maiim Unterengadin an. Da bereits vorher das Gerücht über die Ankunftder Oesterreicher verlautet hatte, waren achthundert Oberengadinerunter Georg Wiezel, Balthasar Planta, Joh. Juvalt, Jacob Periniund Otto Paul herbeigeeilt. Der Herzog von Rohan sandte auchPierre Boret de la Roque-Serviöre, Hauptmann seiner Leibwache, dersich vorzüglich auf Anlage von Schanzen verstand, in Begleitung Je-natsch's, der darin ebenfalls Erfahrung besaß, dahin. Auf dem Hügeloberhalb Süs wurde von ihnen am 19. Mai ein Bollwerk abgesteckt,und am 27. Mai, dem Pfingstfest, als schon die Oberengadiner an-gelangt waren, dasselbe vertheidigungsfähig gemacht. Das Nämlichewar oberhalb Valtasna der Fall, wo Männer und Weiber vicru-rd-zwanzig Stunden hindurch ununterbrochen arbeiteten und es als gutesVorzeichen aufnahmen, daß im Jahre 1499, am nämlichen Tage, dieOesterreicher daselbst geschlagen worden waren. Hier blieb Wiezel mitzweihundert Mann zurück, während die Andern weiter zogen und so-wohl unterhalb Remüs bei Plattamala als zu Chiamp stech, oberhalbZernez im Fulderathale starke Befestigungen anlegten.

Als die Tiroler von der Ankunft dieser Compagnien und Herrich-tung der Schanzen Kenntniß erhielten, zogen sie ihre Wachen zurück,

22 Auf dem Wege über den Ofeuberg.