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Des Ritters Fort. Sprecher v. Bernegg J.U.D. Geschichte der Kriege und Unruhen, von welchen die drei Bünde in Hohenrätien während der letzten Jahre heimgesucht wurden / [Fortunat von Sprecher von Bernegg] ; nach dem Lateinischen bearbeitet, durch Anmerkungen erläutert und unter den Auspizien der bündnerischen geschichtforschenden Gesellschaft herausgegeben von Conradin v. Mohr
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Geplänkel zu St. Martinsbruck.

1635 welche nicht sehr zahlreich an der St. Martinsbrucke standen. Anihrer Stelle kamen achtzehn Kaiserliche, welche im Verlaufe dreier Tageöfters über die Brücke auf bündnerisches Gebiet herüberstreifte» unddas Dörfchen ^ an der Brücke plünderten. Es sandren die Engadinervon Untertasna auf dieses hin den Jodocus Rascher, Hartman» Flachund Jacob v. Zun sammt den Kapuzinern zu den Commissarien Ans-helm v. Fels und Oberst Joh. Christoph Fuchs in Nauders, sich überdie Plünderung beschwerend und daß mit den Bündnern Krieg geführtwürde, obschon neulich erst noch die Beobachtung der Erbeinigungdurch Jacob Kurz zugesichert worden sei. Die Commissarien entschul-digten sich damit, wenn die Truppen eines fremden Fürsten (sie mochtenden König von Frankreich selbst nicht nennen) nicht an der Grenzestünden, würde dergleichen auch nicht vorgefallen sein. Im Uebrigenwolle die Erzherzogin die Erbeinigung beobachten. Die Gesinnungdes Kaisers sei ihnen unbekannt, doch hielten sie dieselbe für gut undfriedlich.

Als man dann den Durchpaß eines Theiles des kaiserlichen Heeresdurch die Ehrenberger Clanse" (es zogen am 23. Mai mehr als zwei-tausend Mann hindurch), sowie daß dasselbe seine Richtung gegen dasEngadi» zu nehme, erfuhr und es nicht den Anschein hatte, als würdendie Unsern mehr Mannschaft bewilligen, zog Jenatsch mit den Truppenim Engadin aus die St. Martinsbrücke und ließ dieselbe am 29. Maivon unserer Seite aus in Brand stecken. Von hüben und drübenwurde nun mit Musketen geschossen und durch die Kaiserlichen einEngadiner verlezt. Ein Anderer, aus Schuls, wurde von den Unsern,welche im Dörfchen bei der Brücke standen, aus Versehen erschossen.Die Kaiserlichen hatten ihrerseits zwei Todte und einige Verwundete.Am folgenden Morgen ging in der Frühe einer von Jenatsch's Leutenauf einem Balken über den Jnn, zündere die Brücke auch von derandern Seite an und brachte aus dem verlassenen Lager der Kaiser-lichen eine Dvppelaxt mit und einen Sack mit Salz, welchen dieselbenkurz vorher aus dem Dörfchen an der Brücke weggeschleppt hatten.

Am 30. Mai sandte Jenatsch eine» Tiroler Bauer, der jedoch seiteinigen Jahren zu Schuls im Engadin wohnte, mit einem Zettel ohneNamensunterschrist nach Nauders zum kaiserlichen Commandanten, in

23 Die jezige Nachbarschaft St. Martinsbruck.

2t Am Loch und in der Nähe von Neutte, ein Paß vo» Bayern »achTirol.