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Schreibe» des Kaisers a» die Bünde.
u>35. betreffs des Dnrchpasses und ähnlicher Fragen einzutreten, da solchesSache der Räthe und Gemeinden sei. Uebrigens verwundere er bil-ligerweise sich sehr, wie in dem kaiserlichen Schreiben den Bündner»den Vorwurs gemacht werden dürfe, als ob sie gegen Kaiser und Erb-einignng gehandelt, — indem sie gegentheils gleich bei der Ankunftdes französischen Heeres in den Bünden, Ihrer Durchlaucht, die Erz-herzogin Claudia zu Innsbruck, schriftlich davon unterrichtet hätten,daß Nichts der Erbeinigung Widerstreitendes im Plane liege und dieFranzosen lediglich zur Erhaltung der Bünde und Wiedererwerbnngderer rebellischer Unterthanenlande und zwar in Gemäßbeit des mitIhrer allerchristlichsten Majestät bestehenden Bündnisses, gekommenseien und bisher auch Niemand beleidigt hätten. Auf der andern Seitekönnten die Bündner aber mit Recht über Golz sich beschweren, derzwar den Paß von ihnen verlangt habe, aber ohne ihre Antwort zuvorabzuwarten, in das Münsterthal eingedrungen sei, mit den Kaiserlichendort barbarisch banste, von da auf Worms zog, die Bündner, welchelediglich zum Schuze der bündnerischen Grenzen dort aufgestellt waren,feindlich angriff und ihre Stellung zu verlassen nöthigte und dannsowohl diese Herrschaft als auch das Veltlin, die doch beide denBünden gehörte», gegen alles Recht besezt habe. Sie meldeten demKaiser dieß Alles zu dem Ende, damit Er selbst sehe und erwäge,wie viel Glauben, Versprechungen und Betheuernnge» man beimesseudürfe. Auch verlangten die Bündner von Fernamond selbst zu erfahren,welche Gesinnungen er gegen sie hege und hofften auf jeden Fall, daßbis sie Ihrer kaiserlichen Majestät geantwortet und Fernamond selbstsich erklärt hatte, von demselben keinerlei Feindseligkeiten geübt werdenwürde».
Das kaiserliche Schreiben war folgenden Inhaltes. Es sei demKaiser gar nicht lieb gewesen, in Erfahrung zu bringen, daß die Eid-genossen oder wenigstens deren Mehrheit, wie auch die Bündner, demfranzösischen Heere, das ganz ohne Grund und Ursache mit dem Kaiserund dem römischen Reiche öffentlich den Frieden brach und dessenGebiet, nämlich das Erbgut des Kaisers zuwider den RegensburgerFriedensverhandlnngen occupirte, die Bewilligung des Dnrchpassesund der Besezung des Veltlins und Engadins ertheilt, sowie jeglichenVorschub geleistet hätten. Es habe deßhalb Ihre kaiserliche Majestät,wie jezt ihnen, so am 20. April an die Eidgenossen in ähnlichemSinne geschrieben: Die Bündner möchten es daher wisse!', daß Er,