Schreibe» des Kaisers an die Bünde.
13«
der Kaiser, sowobl aus Gründen der Anfrechthaltung der kaiserliche» ><MLehen nnd Rechtein Italien, eS für seine Pflicht ansehe, vorkommende»
Falls die Waffen zu erheben, als auch um jegliche Gefahr seinen Erb-landen ferne zu halten. Nun wolle Er zwar gerne dem durch Gewalt-thätigkeiten, wie sie vorgekommen, ihm abqenöthigten Widerstände ent-sage» und die Unbequemlichkeiten, welche ein Krieg mit sich führe undwelche die Bünde ebenfalls träfen, vermeiden, wenn Leztere nur ihrer-seits ebenfalls dafür sorgten, Laß das französische Heer die Veltlinerund Engadiner Pässe verlasse nnd sofort, ohne Schaden für den Kaiserund das römische Reich, abziehe. Sollten die Bündner dieß aber nichtvermögen oder nicht wollen, so dürfte» sie dem Kaiser es nicht ver-argen, wenn Er seinerseits auch alle Mittel und Wege erschöpfe, umdie Franzose» aus den gedachten Orten zu verdrängen. Dieses seider Grund, weßhalb Er den» auch ein kaiserliches Haar dahin gesandt,doch gebe Er Hiebei den Bündnern die wiederholte Versicherung, daßlediglich der Friede und die Ruhe des Reiches und die Vertheidigungvon dessen Gebiet nnd Allem, was dazu gehört, sein Ziel nnd Zwecksei. Die mit Ihm geschlossenen Verträge, wie auch die mit dem durch-lauchtigsten Hanse Oesterreich eingegangene Erbeinigung wolle Erunverbrüchlich halten und sei im klebrigen überzeugt, daß, wenn dieFranzosen aus den gedachten Pässen nicht weichen wollten und mandie Waffen gegen sie in Anwendung bringen müßte, die Bündner inGemäßheit der Erbeinigung dem kaiserlichen Heere den Paß für hinund zurück, Proviant und alles weiter Nothwendige, mit Eifer zu-gestehen würden. Sofort nachdem dann das französische Heer, ent-weder auf das Ansuchen der Bündner, oder durch die kaiserlichenWaffen dazu gezwungen, die Pässe verlassen habe, würde Alles wiederin den alten Stand, wie vor dem Einmarsch der Franzosen, zurück-verfezt werden.
Thäten die Bündner dem also, so gereichte es ihnen zur Ehre undund würde dadurch der Wille Ihrer kaiserlichen Majestät erfüllt.
Die Räthe nnd Gemeinden jedoch wollten, und zwar einstimmig,dein Kaiser keinen Paß bewilligen. Das Nämliche beschlossen die Eid-genossen auf dem Eingangs Juli zu Baden abgehaltenen Tage undsprachen dieß auch dem kaiserlichen Gesandten Jacob Hannibal Grafenv. Hohenems gegenüber aus.
Am 10. Juli beantworteten dann die Bündner das kaiserlicheSchreiben in nachfolgender Weise. Der Brief Ihrer kaiserlichen