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Des Ritters Fort. Sprecher v. Bernegg J.U.D. Geschichte der Kriege und Unruhen, von welchen die drei Bünde in Hohenrätien während der letzten Jahre heimgesucht wurden / [Fortunat von Sprecher von Bernegg] ; nach dem Lateinischen bearbeitet, durch Anmerkungen erläutert und unter den Auspizien der bündnerischen geschichtforschenden Gesellschaft herausgegeben von Conradin v. Mohr
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Antwort der Bündner

>635. Majestät sei ihnen in, verflossenen Monat Mai zugekommen. Bezüg-lich der Durchpaßbewilligung seien sie noch vor Empfang desselbenSeitens des kaiserliche» Obersten Martin Maximilian Golz angegangenworden, doch habe Lezterer ihre Antwort auf seine Anfrage gar nichtabgewartet, sondern sei schon am Tage nach der Absendung seinesBriefes feindselig in das bündnerische Münsterthal eingebrochen. Ob-schon sich hier nun Niemand widersezte und die Bevölkerung ihm denDurchpaß freiwillig einräumte, seien dennoch durch seine Mannschaftviele ehrbare Personen verlezt und verwundet, zahlreiche anständigeFrauen geschändet und die ganze Thalschaft in Ansehung der Viehhabeund des bewegliche» Eigenthums ihrer Bewohner gänzlich ausgeplün-dert, und allen Versprechungen und Zusage» zum Troze von den Sol-daten Gräuel geübt worden, welche blos zu nennen der Mund sichschon sträube. Da aber die Bündner noch immer mit Schmerz desunberechenbaren Schadens gedächten, welcher vor etlichen Jahren ihremGebiete in Folge des nach Italien ziehenden kaiserlichen Heeres undgegen das ausdrücklich gegebene Wort, erwuchs, konnten und wolltensie bis und so lange man ihnen keine größere Sicherheit dafür biete,daß der Durchpaß ohne Schaden für vor sich gehe, die Bewilligungfür denselben nicht geben. Wenn auch die Bündner überzeugt seien,daß dergleichen Gräuel sowohl gegen die Absicht als die löbliche undangeborne Milde Ihrer kaiserlichen Majestät begangen würden, soseien doch deren Diener und Beamte zu geneigt, bei solchen Schand-thaten durch die Finger zu sehen, als daß eine Sinnesänderung an-genommen werden dürfe. Was nun die französischen Truppen anlange,so habe der König von Frankreich dieselben in Gemäßheit des Bünd-nisses hergesandt, welches zwischen ihm und den Bünden bestehe, undes sei ihr Zweck einzig der, die Bündner in der Wiedereroberung ihrerrebellischen Unterthanenlande, nämlich des Veltlins und der Graf-schaften Cläven und Worms zu unterstüzen, sowie auch die Bündeselbst gegen alle Gewalthätigkeiten zu schirmen. Das französische Heersei aber keineswegs über die Bündner Grenzen hinausgezogen, habenicht im Sinne Jemand anzugreifen, sondern beschränke sich daraufdie bündnerische» Pläze behufs ihrer Vertheidigung besezt zu halten.Die Bündner hofften, daß Ihre kaiserliche Majestät demnach mit Grundnicht klagen dürfe, und dieses auch um so weniger, als ohne das fran-zösische Bündniß zu brechen, sie selbst das Heer Ihrer allerchristlichstenMajestät gar nicht Heimsenden könnten. Sie bäten dcmnach, daß der