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Des Ritters Fort. Sprecher v. Bernegg J.U.D. Geschichte der Kriege und Unruhen, von welchen die drei Bünde in Hohenrätien während der letzten Jahre heimgesucht wurden / [Fortunat von Sprecher von Bernegg] ; nach dem Lateinischen bearbeitet, durch Anmerkungen erläutert und unter den Auspizien der bündnerischen geschichtforschenden Gesellschaft herausgegeben von Conradin v. Mohr
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Der Herzog von Rohan in's Oberengadin. 135

j spanische da waren. Ihnen mochte er Schorsch's Brief nicht über- 1635

! geben und kehrte damit zurück. Bevor er jedoch Maicufeld noch er-reichte, wußten vier Maieufelder, welche etwas gemerkt hatten, ihmdenselben abzunöthigen. So kam dann der Brief in die Hände SaintSimon's, Commandanten der Rheinschanze und des Obersten AntonMolina, welche ihn sofort dem Herzog von Rohan Übermächten. Wiebegreiflich, fühlte sich derselbe tief verlest und bei den französischenAgenten wurde der Verdacht dadurch noch erhöht, daß Georg v. Schorschvor drei Jahren, als der Herzog von Feria durch das Veltlin nachDeutschland reisen wollte, mit Giov. Battista Casncdo von Grave-dona, der als spanischer Emissär allgemein bekannt war, zu Compo-dolcino im St. Jaeobsthale, eine geheime Zusammenkunft gehabthatte. Schorsch redete sich später damit aus, er hätte nur i» Ange-legenheiten der Trivultier, welche» gewisse Rechte im Rheimvalde zu-stünden, conferirt. Auch standen dasselbe Mal im nämlichen Verdachtesowohl Jcnatsch, als der jüngere Guler, die auch bis Splügen gereistwaren. Doch hatte Rohan damals sich wieder besänftigen lassen.

Inzwischen gab jezt Schorsch seine Reise nicht auf, sondern änderteseinen Weg nur dahin, daß er denselben über Gungels nach Feld-kirch nahm, nm den St. Luzicnsteig zu vermeiden. Immerhin legte eram nächsten Beitag keinen Rapport über dasjenige ab, was er aus-gerichtet hatte. Die Häupter beschieden zwar die Maienfelder, welchesich jenes Briefes bemächtigt hatten, vor sich, um sie einzuvernehmen,doch erschienen sie nicht. Dann schrieb der bündnerische Rath auf dieGemeinden aus, daß Alles dasjenige was Schorsch und Enderlingethan, einzig in guter Absicht angeordnet wurde und auf keinen Fallin irgend einer Weise den Bünden zum Nachtheil gereichen könne.

Der Herzog von Rohan selbst erhielt dann durch den Oberst CasparSchmid, Commissarins Joh. Travers und Leonhard Wildiner, welchebei ihm bleiben sollten, über Alles Aufklärung und die Sache fiel derVergessenheit anheim.

Samstags den 23. Juni brach der Herzog mit der Reiterei unddem größeren Theile des französischen Fußvolks von Cläven in dasOberengadin auf und bestellte als Commandanten für die GrafschaftCläven und die in derselben verbleibende aus achthundert Franzosenund neun bündnerische» Compagnien bestehende Mannschaft, denObersten Ulysses v. Salis.