Versuch Serbelloni's den Oberst v. Salis zu bestechen. 155
Donnerstags den 27. Juli kam der Graf Johann Serbolloni mit >6N5zwei größere» bewaffneten Schiffen, unter ihnen das früher erwähnteKaperschiff mit zwei Feldstücken, und fünfzig Musketieren, auf Kund-schaft in den Clävner See und griff die Unsrigen, welche sofort amUfer erschiene», mit Gewehrfeuer au. Auch spielten eine Zeit lang jenebeiden Geschüze, von welchen eine Kugel dem Trompeter JohannesNuedi, von der Compagnie Luzius v. Mont's, ein Bein wegriß undwenige Tage darauf seinen Tod herbeiführte.
Der Gras Serbelloni hatte durch Vermittlung Paul ParaviciniCapello's, eines Veltlincrs und Vetters der Ehefrau des OberstenUlysses v. Salis, öfters bei lezterem hingehorcht, ob er gegen Ent-schädigung und Vergütung desjenigen, worauf er bei den FranzosenAnspruch machen konnte, Riva di Mezzola und die dazu gehörendenfesten Werke den Spaniern übergeben würde. So bot er ihm vor-läufig eine zu Bergamo bereit liegende Summe von zwolftausendDucaten an. Aber der Oberst v. Salis sezte den Herzog von Rohanvon Allem in Kenntniß und dieser gab ikm den Auftrag, den Grase»Serbelloni mit gute» Worten hinzuhalten, damit er bei dieser Hoffnungweniger an die Vereinigung mit den Kaiserlichen denke und auch jedenAngriff unterließe, denn das Regiment Salis zählte viele Kranke.
Zülezt wünschte Serbelloni, daß der Oberst v. Salis wenigstens derLandung des spanischen Heeres in der Nähe von Normte keinen Wider-stand entgegensezen möchte. Nachdem Salis nun den Grafen langeunter mancherlei Verwänden hingezogen hatte, und die Kaiserlicheninzwischen zwei bis dreimal geschlagen worden waren zeigte er end-lich demselben durch einen Dritten an, wie er sich auf eine ebenso reich-liche Belohnung Hoffnung mache» dürfe, wenn er das feste Werk zuDazio den Franzosen übergeben wolle, — mit diesem Hohn ihn natür-lich gänzlich enttäuschend.
Die katholischen Orte hatten als Verbündete des Königs vonSpanien an, verwichenen 15. Juni sowohl an ihre kaiserliche Majestät,als den Cardinal Egidio Carillo Albernozzi, Statthalter des Herzog-thums Mailand, geschrieben und dabei ihre eifrigsten Wünsche an denTag gelegt, den Krieg zwischen den zwei mächtigsten katholischen Fürstenbeizulegen. Als das beste Mittel zum Friede» schlugen sie die Rück-gabe des Veltlins an die Bündner vor.
W Diese Borgänge fanden wälnenv der Kämpfe im Vclrli» und»amcnilicd bei Mazzo statt.