Tagsazung zu Buden. 157
Frieden zwischen den Katholiken zu sichern. Um zu diesem Ziele zu >6gelangen, werde Dieselbe kein Mittel unversucht lassen und unerläßlichsei es Hiebei, baß die Angelegenheiten in denjenigen Stand zurückver-sezt würden, in welchem sie sich befanden, bevor jüngsthin die fran-zösischen Waffen dem Traetat zu Monsonio zuwider, das Deltlin unddie Grafschaften Cläven und Worms besezten.
Leztlich drückte dieses Schreiben den katholischen Orten die Ge-wogenheit des Cardinal Statthalters aus.
Der römische Kaiser seinerseits hatte im Monat Oetober den Frei-Herrn Anseli» von Fels nach Luzern gesandt. Auf sei» Begehren wurde«ine Tagsazung zu Baden abgehalten. Hier hielt er eine weitläufigeRede, in welcher er des Breitern über die wohlwollende Gesinnungdes durchlauchtigsten Hauses Oesterreich gegen die dreizehn Orte sicherging und wie es demselben stets am Herzen lag, alle Verträge undnamentlich die Erbeinigung ihnen gegenüber genau zu beobachten,und keines ihrer Rechte und Privilegien im Geringsten anzugreifen.Gegentheils hätte das Haus Oesterreich sich stets bemüht, daß sie die-selben in Ruhe und Frieden, von Niemanden belästigt, genießen könn-ten, auch keinem Fürsten Veranlassung gegeben, irgend welche Feind-seligkeiten gegen Ihre Majestät oder die Eidgenossenschaft zu versuchen.Was von Seite Spaniens vorher und auch später wegen des VeltliuSgethan wurde, sei keineswegs zu dem Ende geschehe», um dieser Thal-schaft dem Kaiser oder dem Hause Oesterreich zu viudiciren, sondernlediglich, um dasjenige aufrecht zu erhalten und zu vertheidigen, wasIhm nach dem Lehnsrecht als Reichsoberhaupt, dem Hause Oesterreichaber vermöge gewisser Verträge zustehe. Es habe in Folge dessen derKaiser auch nur deßwegen sein Heer in das Veltli» gesandt, weil derFeind, welcher mit Ihm und dem römischen Reiche offen den Friedengebrochen, die genannte Thalschaft besezte und abgedachte Rechte desKaisers, des Reichs und des Hauses Oesterreich zu usurpire» gedachte.
Es hoffe demnach der Kaiser, die Eidgenossen würden es nicht übelaufnehmen, wen» Er das thue, was Sein Amt und Seine Würdeerheische, und da es weder der kaiserliche noch des Hauses OesterreichWille sei, irgend Jemand in seinen Rechten zu kränken, möchten dieEidgenossen durch öffentliche Feinde des Kaisers und deren verderb-liche Ueberredungskünste sich nicht irre leiten lassen, noch wenigeraber denselben Truppen oder Proviant liefern oder irgend welcheandere Hülfe leisten,