158 Vorschlag des Kaisers das Veltlin de» katholische»
1635 Wie nun die Eidgenossen aus allem diesem seinen besten Willenersähen, so,hätte anch der Kaiser Seinerseits durch das Schreiben dersieben katholischen Orte vom 15. Jnni, welches Seinem kaiserlichenRathe, Freiherr» Peter von Schwarzenberg, übergeben und von dem-selben ihm mitgetheilt worden sei, Sich von ihrem Eifer zur Wieder-herstellung des Friedens überzeugt, weil sie sich als Vermittler zwischenIhm und der Krone Spanien einer- und dem König von Frankreichanderseits anerböten, — sintemal aber bei dergleichen Verhandlungenviele Schwierigkeiten mit unterzulaufen und die Sache hinzuziehenpflegten und Er dem Kriege schnell ein Ende zu machen wünsche, er-kläre Ihre kaiserliche Majestät, daß für den Fall, wo die Vermittlungund die Unterhandlungen durch Hindernisse aufgehalten würden, Siegern dazu Ihre Einwilligung gebe, daß bis zu einer Verständigungder dabei intercssirten Kronen, das Veltlin den sieben katholischenOrten in Verwahrung gegeben würde, — immerhin jedoch so, daßeinzig die katholische Religion dort geübt würde, jede Parthei ihr Heerwegziehe und die Rechte des Kaiserreichs, sowie diejenigen, welche demdurchlauchtigsten Hause Oesterreich vertragsmäßig zukämen, gewahrtbliebe».
Aus allem diesen könnten die Eidgenossen des Kaisers friedfertigeGesinnung hinlänglich entnehmen und daß es keineswegs Seine Ab-sicht sei, ihren Rechten oder denjenigen ihrer Verbündeten zu nahe zutreten, sondern vielmehr de» Krieg aus ihrer Nähe zu entfernen undbestehende Verträge zu beobachten. In Folge dessen boffe Er zuver-sichtlich, daß die Eidgenossen diese» Seinen billigen Vorschlag wohlerwägen und Seinen Feinden keinen weitem Beistand würden ange-deihen lassen, — gegentheils sich mit dieser seiner Erklärung gänzlichzufrieden geben, zumal da Niemand eine gerechte Ursache zur Klagehabe. Auf diese Weise bliebe das Veltlin als Deposito i» den Händender katholischen Eidgenossen, der Krieg höre allenthalben auf, Jedemsei sein Recht vorbehalte» und die Mittel zur Ausgleichung zwischenden intessirten Mächten gewännen an Gewicht und Stärke. Indemder Gesandte dieses Namens des Kaisers, seiner Vollmacht zu Folge,ihnen mittheile, zweifle er keinen Augenblick, daß die Eidgenossen,dessen Billigkeit einsehend, ihre Beistimmung dazu geben und damitsich einverstanden erklären würden.
Vom Tage zu Baden aus, der am 16. October statthatte, theiltendann die Eidgenosse» diesen Vorschlag unter Beilegung des bezüglichen