Buch 
Des Ritters Fort. Sprecher v. Bernegg J.U.D. Geschichte der Kriege und Unruhen, von welchen die drei Bünde in Hohenrätien während der letzten Jahre heimgesucht wurden / [Fortunat von Sprecher von Bernegg] ; nach dem Lateinischen bearbeitet, durch Anmerkungen erläutert und unter den Auspizien der bündnerischen geschichtforschenden Gesellschaft herausgegeben von Conradin v. Mohr
Entstehung
Seite
173
JPEG-Download
 

Schlacht bei Morbegno.

173

j

t

,

!

!

schein als wollte er Sonnabends den 10. November zu Sondrio sich 1635 .lagern, — machte aber »»vermuthet eine Wendung.

Bei der Säiifflände zu Sa» Gregor!» waren fünfzehn spanischeReiter postirt, welche von Antoine Benizet, Lieutenant der CompagnieLanglois, der hundert Freiwillige führte, in die Flucht gejagt wurden.

Zwei Schwadronen, welche zu Talamona lagen, zogen sich darauf so-fort nach Morbegno zurück. Um 3 Uhr Nachmittags erschienen dieFranzosen mit wehende» Bannern in der Ebene zwischen Talamonaund Morbegno und riefen gebeugten Kniee's die Hülfe des Allerhöch-sten an, wobei Philippe Druse, Rohan's Prediger, den Protestantendas Gebet vorsagte, während Cesar, Großalmosenier, die Katholikenebenfalls zur heißen Anrufung des göttliche» Namens ermähnte undsie mit dem heiligen Zeiche» des Kreuzes segnete. Leztlich führteRohan den Seinigen die gerechte Sache und ihre so oft erprobteTapferkeit vor Augen.

Die Schlachtordnung war folgende. Die Regimenter Frezeliereund Serres erhielten Befehl gegen das Weidengebüsch zu marschiren,das sich am Ufer der Adda hinzieht; Lecgucs, Cerny und einigeBiös'sche Compagnien rückten die Landstraße heran, während Mon-tauzier mit dem Regiment Canisy auf einem Theil des Berges (so, daßer und die vorher genannten Truppe» gegenseitig sich stets unterstüzenkonnten), die Eidgenossen aber auf dem Felde oberhalb der Landstraßestanden. Von Villette's Reitern gefolgt, rückten die SchwadronenVilleneuve und de Joux über die Felder auf das Kloster Saut Antoniozu, während die übrige Cavallerie zu ihrer Unterstüzung sich in derNähe hielt. Saint Andres und Amanty bleiben in Reserve beimHerzog.

Serbelloni wurde von den Seinigen darauf aufmersam gemacht,daß bequemer gefochten werden könnte, wen» er die Truppen in dieStadt zurückführte. Er selbst zog es jedoch um so mehr vor, seinHeer in den längs der Landstraße und gegenüber der Ebene, wodas französische Heer stand, in gewisse» Entfernungen von einanderliegenden Kirchen Sau Martino, Santa Maria und dem Kloster SantAntonio aufzustellen, als ihm hier die Mauern der Weinberge Ver-traue» einflößten und so wurde das Treffen außerhalb der Stadtformirt.

Das Trivnlz'sche Regiment stand am Ufer der Adda bei SänMartino, Frezeliere und Serres gegenüber im ersten Treffen; Guasco