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Des Ritters Fort. Sprecher v. Bernegg J.U.D. Geschichte der Kriege und Unruhen, von welchen die drei Bünde in Hohenrätien während der letzten Jahre heimgesucht wurden / [Fortunat von Sprecher von Bernegg] ; nach dem Lateinischen bearbeitet, durch Anmerkungen erläutert und unter den Auspizien der bündnerischen geschichtforschenden Gesellschaft herausgegeben von Conradin v. Mohr
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Mit österreichische» Abgeordnete».

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übrigens im Verdachte, darum gewußt zu haben) und reiste zu Bicnner >636nach Feldkirch ab. Die Erzherzogin hatte von den Vündnern verlangt,daß sie Bienner'n freier Paß für die Hinreise in die Bünde und dieRückkehr nach Feldkirch gestatteten; eS würde derselbe gemeinschaftlichmit Travers, die erzherzoglichen Aufträge mittheilen. Charles deSaint-Simon Montbleru aber, der Namens seines Bruders Jsaac ander Rheinschanzc befehligte, widersezte sich, ließ den von Feldkirchzurückkehrenden Travers durch Zürcher Mannschaft bis zur Beste be-gleilen, worauf er mit dem Beifügen entlassen wurde, der Comman-dant wolle zuerst des Herzogs von Rohan Willensmeinung einhole»,

! ehe er Travers erlaube, die Bünde mitten durch die Wachen der Frau-i zosen und Eidgenossen durch zu verlassen.

i Am 11. Juni sandte der bündnerische Rath den Nud. v. Marmels: und Joh. Anton Buol nach Balzers in die Grafschaft Vaduz, wo auch! Bienner sich einfand. Dieser theilte, wie obige Beiden hernach berich-' teten, mit, es habe die durchlauchtigste Erzherzogin in Erfahrung ge-bracht, daß Rohan mit einem französischen und bündnerischen Heere indie Grafschaft Tirol einzufallen beabsichtigewährend doch die Erz-i Herzogin die Erbeinigung stets beobachten wollte. Als man Bienner; dasjenige vorhielt, was im lezten Jahre im Münsterthale und anderswo! verübt worden, antwortete er, es sei dasselbe gegen den Willen der' Erzherzogin geschehen und werde nicht mehr vorkommen. Inzwischenverlange er (vielleicht durch Bündner, welche Rohan's Absichtenkannten, davon unterrichtet) eine kathegorische Antwort, ob die Bünd-ner in den Einmarsch Rohan's willigten, in welchem Falle der Kaiserund das durchlauchtigste Haus Oesterreich rechtzeitig ihre Vorkehrungentreffen würden.

Man brachte dieß auf die Gemeinde», doch wurde inzwischen vombündnerischen Ratbe allen Obersten verboten ihre Truppen an einemZuge Rohan's dahin Theil nehmen zu lassen, bis die Gemeinden einenEntschluß gefaßt haben würden. Es hatte nämlich Land«, als ergleich Anfangs dreitausend Bündner für den allerchristlichsten König

2 a den Worten:lfruverslum Volourio relleuntem^ undexliütiu exire« liegt offenbar ein Widerspruch. Nach Nohau's Briefenwurde nur Bienner'n der Paß verweigert.

Der Plan war jedenfalls beinahe ein Jahr alt und sollte gleich»ack Schleifung der Beste z» Santa Maria (21. Juli 1635) auSgefübrtwerden. Siehe oben S. 153 Note 96.